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1 (1868)
Entstehung
Seite
369
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was denn auch in der That gelungen ist. Das Ercigniß, welchesim genannten Jahre die ganze Familie Liechtenstein so hart betrafund sie weitaus des größten Theils ihrer Besitzungen beraubte,liegt uns in seinem Ausgange durch eine Reihe von Urkundensonnenklar vor, kein Wort aber reden sie oder andere Urkundenvon der Ursache derUngnade" oder von der Schuld des Hof-meisters, von dem, was ihm als Verbrechen zur Last gelegtworden ist; wir haben einen Urtheilsspruch, der eine schwereStrafe über die ganze Familie verhängt, kein Wort aber sagtderselbe davon, wofür denn diese Strafe verhängt wird. DasWenige, was die Chroniken als Vermuthungen mittheilen, decktsich ans den ersten Blick als haltlos auf. Die Zwcttlcr Chronikz. B. i) leitet die Ungnade des Hofmeisters von dem altenSchaumberger Streite her, einer zu dieser Zeit längst abgethanenSache, bei welcher sich Johann das größte Verdienst um denHerzog erworben hatte. Wir haben diese Vcrmuthung zum Ucbcr-flnß bereits oben widerlegt. Jene Chronik setzt außerdem nochden Sturz des Liechtensteiners zwanzig Jahre zu früh an. Eben-sowenig ist glaublich, daß hier ein Perlenkleid, welches von einemLiechtensteiner an die Schwester des Salzburger Erzbischofs Pil-grim von Bnchhcim vermacht und dessen Auslieferung von Johannvon Liechtenstein verweigert worden sei, eine irgend erheblicheNolle mitgespielt habe, wie in Ebersdorfers Chronik versichertwird 2). Möglich und wahrscheinlich ist allerdings, daß der Haßoder die Eifersucht eines anderen Pilgrim von Bnchhcim, den dieChroniken beschuldigen, zum Sturz des Liechtensteiners wesentlichmitgewirkt hat, obwohl letzterer durch seine Gemahlin mit denBuchheimS nahe verwandt war. Dieser Pilgrim war es auch, wel-cher Johanns Nachfolger als Hofmeister bei Herzog Albrccht wurde.

DaS Faetischc, was wir wissen, ist Folgendes. Wie wirgesehen haben, hatte sich der Herzog seinem Hofmeister Johanneine lange Reihe von Jahren hindurch für die Verdienste, die er

>) Pez I. 544.2) Pcz II. 813.

Falke. Liechtenstein.

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