— 262 —
und Herrschaft Treffen an Blasius von Kentschach >), welcher mitseiner oder Christophs Tochter, Helena, vermählt war. In demselbenJahre erhielt Rudolf die in der Familie erbliche Bclehnung mitdem Amte des obersten Kämmerers; das Gleiche geschah im Jähre1538 mit seinem Sohne Georgs). Daraus möchte man schließen,daß Rudolf kurz vorher gestorben sei; unsere handschriftlichenNotizen geben aber 1530 als sein Todesjahr an.
Dieselbe Quelle nennt uns als Rudolfs Gemahlin eineGräfin Barbara de Bozunc; bei Bucelin aber ist sie eineGräfin Radegunde von Arbcrg, welche jene Quelle wieder zurGemahlin des jüngsten Bruders Christoph macht. Es ist unsnicht möglich, hier das Richtige zu entscheiden; unsere Handschrift-lichen Nachrichten haben aber wenigstens das für sich, daß sie beiweitem vollständiger sind (trotz ihrer Unzuverlässigkeit in Bezug aufdie frühere Zeit) als die paar dürftigen und wie wir sehen werden,auch thcilweise unrichtigen Angaben bei Bucelin. Sie beruhen zumTheil auch auf Urkunden, die noch in Muran vorhanden sind.
Diesen handschriftlichen Nachrichten zufolge hatte alsoRudolf V. zur Gemahlin Barbara Gräfin de Bozunc, Achaz,dessen Tod in das Jähr 1515 gesetzt wird, Anna von Traunund Christoph Radegunde von Arberg. Aus allen drei Ehenentstammte Nachkommenschaft. Christoph I., der von den dreiBrüdern zuerst erwähnt wird und zuerst wieder verschwindet, solleinen Sohn und eine Tochter Rudolf und Helena gehabt haben;Rudolf V. hatte zwei Söhne Georg und Franz, Achaz hatteeinen Sohn Otto VI. und zwei Töchter Agnes und Anna.Bucelin dagegen kennt von allen nur die folgenden Kinder Rudolfs,Anna, vermählt mit Christoph von Windischgrätz, sodann Otto undnoch zwei Töchter mit unbekannten Namen, deren eine er zur Aebtis-sin in Steier macht, die andere zur Gemahlin erst des Ambro-sius von Stubenberg und sodann Christophs von Trautmannsdorf.
st Urk. in Muräu.st Wurmbrand 282.st A. a. O. 124.