Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
243
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nannten die Schlösser Liechtenstein und Fraucnbnrg zu '). Er wares also, der sie verkaufen konnte und verkaufte. Auf diesen Ver-kauf, der im Jahre 1465 statt fand, beziehen sich zwei Urkundenvom 30. März und 7. April 2), in denen aber der Kaiser bestätigt,daß der Verkäufer sich das Landgericht über die zu jenem Schloß ge-hörigen, vom Verkauf auSgenommcnen Güter vorbehalten habe.

So ging also das uralte Stammschloß des Hauses, dasfreilich schon längst nicht mehr der Wohnsitz gewesen war, in dieHände des Kaisers über, welcher es fortan der Verwaltung vonPflegern übergab. Diesen, wie Konrad Fcrbcr, Bernhard Kra-batstorfer, Rcinprecht Hindersbihlcr, Hans von Rainung, Bal-thasar Thanhanser begegnen wir häusig in den nächstfolgendenJahren 2). Im Jahre 1507 erst kam es in andere Hände. Da-mals schenkte cS Kaiser Maximilian an Tiburz von Sinzcndorf,den Verthcidiger Wiens gegen die Ungarn, doch sollte dieser dafürdie Burg im nahen Judenburg ausbauen. Es scheint aber, als obTiburz auch eine Summe Geldes dafür zu entrichten gehabt habelaut einer Quittung des kaiserlichen Vitzthums in Steier vomJahre 1515 H. Im Jahre 1560 gelangte das Schloß in denBesitz von Johann Christoph David von Urschcnbeck; 1624 er-kaufte es Johann Jacob von Pnlterer in Aigen und von diesemkaufte es das Stift Seckau 1638. Noch einmal kam es 1711in anderen Besitz an die Freiherren von Königsbrunn, bis esvon diesen 1812 der Fürst Johann von Liechtenstein kaufte undaufs Neue dem Namen Liechtenstein verband'').

-) A. a. O. Nr. 382 Nr. 540.

2) A. a. O. 398 Nr. 554. 555.

2) S. besonders Muchar im 8. Bd. an verschiedenen Stellen.

4) Mittheil, der k. k. Central-Cymm. 1862. 156. Bergmann irrt andieser Stelle, wenn er die Burg Liechtenstein von Ottos sieben Söhnen im15. Jahrhundert (solche gab es damals nicht) verkaufen läßt. Es ist eine Ver-wechslung mit dem späteren Verkauf von Murau, der in der zweiten Hälftedes 16. Jahrhunderts allerdings von eines Otto sieben Söhne geschah.

b) Jetzt gehört es zum Fideicommiß des Fürsten Friedrich.

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