Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
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Schaumberg keine Hülfe leisteten, und er stellte ihnen für dieseSumme den Burggrafen Friedrich von Nürnberg, Ulrich vonLiechtenstein, Johann von Liechtenstein und noch einige andereEdle zu Bürgen^).

Aber nicht blas die Angelegenheiten des Staats, auch dieRomantik, die ritterlich-fromme Ruhmbegierde fand in Ulrich einwarmglühendcs Herz und eine kräftige Hand. Mit drei anderenRittern des Namens Liechtenstein, Bernhard, Friedrich und Chri-stoph, begleitete er im Jahre 1377 den Herzog Albrecht III.auf seinem Krenzzuge gegen die heidnischen Preußen. Herzog Albrechtwollte auf dieser Fahrt seinem frommen Sinne durch den Kampfgegen die Heiden Genüge thnn und in diesem Kampfe sich dieRitterwürde erwerben. Von keinem anderen Geiste waren seineritterlichen Genossen erfüllt, die ihn freiwillig auf dieser Fahrt be-gleiteten. Eine Anzahl Herren und Dienstmannen lind 2000 zuPferde folgten dem Herzog über Laa an der Thaya, welches derSammelpunkt war, nach Breslau, wo der Herzog, der den Zugzu einer fröhlichen Ritterfahrt gestalten wollte, Gelage und Tänzeaufführen ließ. Zu Marienburg vom Hochmeister des deutschenOrdens Heinrich von Kniprode feierlich und festlich empfangen,setzten sich die Feste und Gelage noch in Königsberg zehn Tagelang fort. Dann begann die Ausrüstung und die Versorgungmit Lebensmitteln auf längere Zeit. Als das geschehen, erhob sichdas Heer des Herzogs Albrecht und des deutschen Ordens, zu-sammen 30,000 Mann stark, durch Samland nach Jnsterburg,auf vier Brücken über die Suppe, dann an die Memel, überwelche man mit Schiffen hinübersetzte. Tausend Mann mußtenvorauf einen Weg, der beschwerlich genug blieb, durch die Wild-niß bahnen. Voraus zog der Komthnr von Ragnit Kuno vonHattenstein mit der St. Georgsfahne, dann die von Steiermark,bei welcher sich drei der Liechtensteiner befunden haben müssen;dann folgte die Fahne von Oesterreich und die des Hochmeisters.

>) Kurz, a. a. O. I. S7S.