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Kuenringer, wahrscheinlich die Abwesenheit des fernen Rudolf vonLiechtenstein sowie auch die Gefangenschaft Herzog Friedrichs desSchönen benützend, zur Gewalt. Mit starker bewaffneter Schaarwarfen sie sich ans die Stadt Zwettl, belagerten dieselbe und setztensich in einem Hofe, Retschen genannt, fest, welcher dem Stiftegehörte. Ueberhaupt fügten sie dem Kloster einen großen Scha-den zu, der aus dreihundert Talente geschätzt wurde, indem sieauf Kosten seiner Besitzungen und Nnterthanen lebten. DieStadt, welche vergebens auf Hülfe von ihrem Herrn Rudolfvon Liechtenstein wartete, kam in große Bcdrängniß und nahmdie Vermittlung des Abtes Gregor an, der sie aufforderte, sichden Kuenringern zu ergeben, bis durch die Herzoge selbst derStreit zwischen jenen und Rudolf von Liechtenstein geschlichtetworden. Gänzlich wider ihren Willen, aber ohne alle Aussicht aufEntsatz und den Verlust von Habe und Leben vor Augen, ergabensie sich. Sobald aber Herzog Friedrich aus der bairischeu Gefan-genschaft zurückgekehrt war, entschied er den Streit dahin, daßdie Herren von Knenring das Gericht über das Landgebiet, derHerr von Liechtenstein aber die Stadt mit der Gerichtsbarkeitbesitzen solle, bis durch eigenes, ordentliches Gericht die Sacheder Gerechtigkeit gemäß entschieden, werde. Soweit unsereQuelle; ob das letztere geschehen, können wir nicht sagen.
Rudolf scheint während des Angriffs der Kuenringerin Steiermark gewesen zu sein, von wo mehrere Urkunden ausdieser Zeit datiren.- Am 21. October 1325 nämlich schloß ermit Wülfing von Stubenberg einen Vertrag, daß, wenn ihreEdelleute sich gegenseitig verheiratheten, deren Kinder -auchzwischen den Herren von Liechtenstein und Stubenberg getheiltwerden sollten ft. Am 29. desselben Monats und Jahres dotirteRudolf neuerdings die bereits öfter erwähnte Kapelle St. Jo-hannis des Täufers zu Seckau für einen eigenen Priester undGottesdienst^).
h Muchar, VI. 235.2) Muchar, VI. 233.