Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
173
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In die Zwischenzeit fällt erneuerte politische ThütigkeitOttos des jüngeren. Es war das die Zeit des Streits überBöhmen zwischen Kaiser Albrecht und Herzog Heinrich vonKärnthen. Der crsterc hatte zusammt seinem Hause ein engesBündnis; mit dem Erzbischof von Salzburg im Jahre 1306geschlossen, welches erneuert wurde, als König Rudolf vonBöhmen im Jahre 1307 nach kurzer Herrschaft starb. Albrcchtgedachte Böhmen seiner Familie insbesondere für seinen SohnFriedrich den Schönen zu erhalten, als die Böhmen HerzogHeinrich von Kärnthen auf ihren Thron beriefen und ihm einst-weilen zur Herrschaft verhalfen. Er eröffnete darum gegen denletzteren den Krieg auf allen Seiten, in Böhmen wie in Kärnthen.Das Bündniß mit dem Erzbischof Konrad von Salzburg festerzu schließen, fand zwischen ihm und Herzog Friedrich demSchönen eine Zusammenkunft zu St. Veit in Steiermark imJahr 1308 statt. Hier erschienen auch der Patriarch Otto vonAqnileja und Graf Heinrich von Görz, die bisher gegeneinanderfeindlich waren, nun aber ausgesöhnt wurden und dem Bünd-niß gegen den Herzog von Kärnthen beitraten. Auf dieserZusammenkunft wurde der Krieg gegen Kärnthen ins Werkgesetzt und Otto von Liechtenstein zum Landeshauptmann diesesLandes, das erst erobert werden sollte, ernannt. Bis dahinhatte er, wenigstens zuletzt, in salzbnrgischen Diensten gestan-den und war Vicedom oder Hauptmann des Erzbischofs zuFriesach gewesen. Nur sich seiner Feinde besser zu erwehren,die er, wie es nach der Reimchronik erscheint, zahlreich hatte,wurde ihm das Schloß Tackcnbrunn gegeben. Der Angriffgegen Kärnthen geschah dann unter Führung Ottos mit großemErfolg. Er behielt auch die Hauptmannschaft unmittelbar nachdem Tode des Kaisers, bis Herzog Friedrich der Schöne mitHeinrich von Kärnthen Friede schloß und ihm das Land wiederüberliefertes. Die Reimchronik sagt von Otto bei dieser Ge-

-) Ottokar, Neimchronik 801. o. VLLXtüIII; Mnchar, VI.

165 ff.