Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
139
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»ist wciß die Tapferkeit der Stcirer in der berühmten, für dieösterreichischen Lande entscheidenden Schlacht, welche mit dergänzlichen Niederlage des böhmischen Heeres und dem TodeKönig OttokarS endete, außerordentlich zu rühmen, und gewißhat diese Tapferkeit nmsomchr zum Siege beigetragen, als dasHeer Rudolfs verhältnißmäßig gering und fast ohne allen Zuzugaus dem Reich geblieben war. Wir wissen aber nicht, welchenAnthcil die Einzelnen, insbesondere Otto von Liechtenstein, ge-nommen haben. Die Belohnungen aber, die ihm alsbald vonSeiten Rudolfs zu Thcil wurden, lassen auf nicht geringe Ver-dienste in der Schlacht schließen ^). Wir finden Otto in derSchlacht an der Seite Rudolfs selbst, denn als gegen den Aus-gang derselben das falsche Gerücht zu Rudolf kam, daß Ottokargefangen sei, da war es Otto von Liechtenstein, h,der weiseMann", welcher dem König ricth, den Gefangenen zu den Fah-nen führen zu lassen, damit er nicht gemordet werde, nach welchemRath der König seinen Befehl erließ, freilich umsonst, denn balddarauf kam die Nachricht vom Tode des Böhmenkönigs 2).

Am 21. Februar des nächsten Jahres 1279 befand sichOtto mit König Rudolf in Wien. Hier empfing er an diesemTagefür seine treuen Dienste" das Versprechen von 409Mark Silber, wofür ihm die Mauth in Chetzlegeren und Ju-dcnburg verpfändet wurde, die einst Dietmar von Ossenberggehört hatte 3); auch empfing er noch später zwei Weingärtenbei Graz, wie wir weiter unten sehen werden, sowie andere

>) Pez, I. 1083; Rheimchronik 141. 152; Mnchar, V. 413u. a. Wnrmbrand Coll. 194 giebt an, daß Otto den er, wiewir später sehen werden, fälschlich für einen Sohn Hartneids des Rikols-burgers hält unter den Vordersten kämpfend sich großen Ruhm erwor-ben habe, was gewiß wahrscheinlich ist. Wenn er aber hiefür, sowie fürdie Behauptung, daß Otto den Herzog Albrecht nach Preußen begleitethabe, das Liechtensteinische Archiv anführt, so kann er nur ganz späte, ur-kundlich nicht begründete, schriftliche Aufzeichnungen dabei im Sinne haben.

2) Rheimchronik 154, a. <ÜQXIN.

-) Lichnowsky, III. Regg. 538b. Muchar, V. 517.