Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
123
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Ebenso war seine Gemahlin Bertha damals nicht mehr amLeben. Da nun das Seckancr Todtenbnch Ulrichs Sterbetagans den 26. Januar setzt ^), so muß er im Jahr 1275 oder1276 gestorben sein. Die größere Wahrscheinlichkeit dürfte für1275 sprechen, weil die letzte Nachricht von 1274 datirt.

Begraben liegt Ulrich in Scckau in der eigenen Kapellezum heiligen Johannes, die er als Ruhestätte für sich undseine Gemahlin hatte erbauen lassen. Die Vollendung derselbengeschah aber erst durch seinen Sohn Otto, welcher dem Chor-hcrrcnstift eine jährliche Rente von 10^ Marl Geldes gab,um dafür die Kapelle mit farbigen Glasfcnstern zu versehen.Weiter stiftete er in jener Kapelle zum Seelenheil seines Vatersund seiner Mutter eine ewige Messe und ein ewiges Licht undverfügte eine stattliche Bewirthung des Kapitels jedesmal amTage des heiligen Johannes des Evangelisten. Stiftung undSpende wurden später noch erweitert mit neuen Renten vonGütern zu Partenbach, Eigcureit, Tcchenberg, Liutgraben,Lcupramstorf, Ncukirchcu, Taumburg und St. Georgen. DieUrkunde darüber datirt vom 6. Januar 1277 zu Seckau^).Gegenwärtig liegt die Kapelle leider in Trümmern.

Der Todestag von Ulrichs Gemahlin Bertha füllt aufden 5. März 2), das Jahr ist unbekannt. Ihre Aeltcrn warenAlram und Sophia von Wcitzenstcin^). Erstercr wird nureinmal im Jahr 1202 erwähnt. Vermuthlich ist dies Geschlechtdamals nicht weiter gegangen, da die stcirische Burg Wcisscu-stein (das heutige Weitenstein?) im Jahr 1228 erblich anHartnid von Wildau, Ulrichs oftmaligen Schicksalsgefährtenund Dichtergenosscn, und an Kaloch von Himberg kam 5).Wie das Verhältniß Ulrichs zu seiner Gemahlin war, haben

5 Fröhlich, II. 354.

-) Muchar, III. 153 u. V. 339, 490; Fröhlich, I. 239.2) Fröhlich, II. 338.

') Fröhlich, II. 333.

0 V. d. Hagen, Minnesinger. IV. 347. Anm. 10.