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1 (1868)
Entstehung
Seite
111
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— III —

kapitcl ttbcrworfcn hatte und in Folge dessen abgesetzt wordenwar. Das Kapitel hatte an seiner Stelle den Bischof Ulrichvon Seckan erwählt, den der Papst nicht blos bestätigt, sondernzn dessen Einsetzung er anch den König von Ungarn aufge-fordert hatte. Aber Philipp gedachte den crzbischöflichen Stuhlkeineswegs gutwillig zu räumen und er stützte sich dabei aufseinen Bruder den Herzog Ulrich von Kärnthen und auf Ottokar,seinen alten Bundesgenossen, dem mittlerweile durch den Todseines Vaters anch die böhmischen Lande zugefallen waren.Ottokar hielt auch die Gelegenheit für günstig zur Ausführungseiner alten Pläne auf Gründung eines großen selbständigenöstlichen Reiches. So brach der Krieg in Steiermark 1258 imHerbst wieder aus. Ulrich hielt jetzt mit Herrand van Wildonund vielen anderen steirischen Edellcnten zn seinem neuen, aberanerkannten Herrn, dem König von Ungarn, und also auchzu dem neuen Erzbischof von Salzburg, Ulrich von Seckau,aufgerufen dazu mit allen anderen Edlen, welche HochstiftischeLehen trugen durch Bela's Sohn, den Herzog Stephan vonAgram als Statthalter der Steiermark i). Dieser hielt damalsan Stelle seines Vaters Residenz und Hof in Pcttan undwar mit dem Erzbischof Ulrich zur Einsetzung desselben einBündniß eingegangen.

Mit fünfhundert Reisigen fanden sich die aufgerufenenRitter ein, unter ihnen oder an ihrer Spitze Ulrich von Liechten-stein mit seinem jungen Sohn Otto, welchen zehn Jahrefrüher Pilgerin von Karsse als Geißel für seinen Vater zurück-behalten hatte, desgleichen Ulrichs Bruder Dietmar von Ossen-berg und ein Gundackcr von Ossenberg, welcher wahrscheinlichDietmars Sohn ist2); außerdem Hartneid von Pcttan, Her-rand von Wildon, Hartncid von Ort, Wülfing von Stnbcnbergu. a. Noch im Herbst 1258 gedachte man mit dieser Macht

-) Muchar V. 272.

2) Ottokars Reimchronik bei Pez III. 64; Muchar, V. 272;Nistoria Uneum ötxriae so. 91; Lorenz, Deutsche Geschichte I. 179.