Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
25
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Daö Klosterneubnrgcr Saalbuch ') gicbt eine weitereNachricht, welche zwischen die Jahre 1194 und 1196 fällt. Eserzählt uns, daß Rapoto von Liechtenstein bei der Aufnahmeseiner Tochter Chunze (Chnniza) oder Kunigunde in das Fraucn-stift von Klosterneuburg dein Stift zwei Lehen zu Poistorfübergeben habe. Hieraus erfahren wir zweierlei, erstens, daßRapoto eine Tochter Chnniza hatte, welche er in das Fraucn-stift zu Klostcrneubnrg aufnehmen ließ, wohin sein BruderDietrich schon eine Tochter Wirat gebracht hatte, und zweitens,daß das österreichische Haus Liechtenstein schon im 12. Jahr-hundert Güter ans der linken Seite der Donau nach der mäh-rischen Gränzc zu erhielt, wo es später seinen Hanptsitz nahm.

In jener Nachricht des Klosterneuburger Saalbuchs 2),nach welcher Dietrich seine Tochter Wirat dem Stifte übcr-giebt, sind unter den Zeugen aufgeführt: Hapoto eis 8. ?s-tronolla. Hsrioort. (Aorolt. Rsinolci. Hoinricus ini ornrmseis 8. kstronslln. Wir glauben in diesem Rapoto vonS. Petronell unfern Rapoto von Liechtenstein wieder erkennenzu müssen, und zwar nicht sowohl, weil er hier in einer sol-chen wichtigen Familienangelegenheit mit allen den Seinenerscheint und wegen des bloßen Zutresfens des Namens, alsvielmehr aus einem anderen Grunde. Wir finden nämlich fünf-zig Jahre später einen Bruder Heinrichs I. von Liechtenstein,Albert, genannt von S. Petronell, auf dessen Sohn der Nameübergeht. Wie hier sich das Haus in zwei Zweige theilt (wozunoch ein dritter kommt), so kann es auch, da die Namen völligzutreffen, bereits einmal im 12. Jahrhundert geschehen sein.Es müßte dann freilich diese erste Seitenlinie S. Petronell mitallen genannten Namen ausgestorben sein, so daß 1240 wieder

>) l^ontss, a. n. O. 92. „?oster!tnt! Melinm sub testimoniosoi'um prsssntss srnnt insirinninus <zuo<t Rsxoto cls Intllsustsliis insnsesptions LIis sns Dbnnss äsIsAÄVsrit altsei Ksnets Ickku-is äno Usus-Nsio. ?o!sto>'1 nnllo eonti'näiosnts st saNsin pnsiln Annusiitö.2) Pontes, a. ll. O. 136. S. oben S. 19.