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1 (1868)
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habe. Dieser Überlieferung tritt eine andere Sage zur Seite,die ebenfalls in Mahren zn Hause ist, wonach einst ein Liechtenstein mit sechs schneeweißen Hirschen nach Jerusalem ge-fahren sei.

Desgleichen lassen wir die Angabc des Rüzmcrischcn Turnierbuches dahingestellt, daß ein Sigmund von Liechtenstein zuMurau im Jahr 932 dem Turnier in Rothenburg beigewohnthabe. Da dieses Turnier selbst zu den hundert Erfindungendes genannten Buches gehört, so fällt damit auch die Nach-richt in Betreff des Liechtensteiners.

Dennoch wollen wir dergleichen Phantasien, Sagen undNachrichten nicht unbemerkt vorüber gehen lassen, denn wennsie uns auch keinerlei Ausbeute für die Geschichte geben, sozeigen sie doch den Ruhm und Glanz des Hauses. Der Kranzder Sage ist ein Nimbus, der nur erlauchte Häupter umstrahlt.

Lassen wir also alles dieses dahingestellt, ohne uns dieMühe zn nehmen, es kritisch zu beleuchten, so darf dasselbedoch nicht mit einer anderen Behauptung geschehen, welcheHistoriker von Fach gethcilt haben, und welche sogar heutenoch in dem neuesten großartigen genealogischen Werkes zufinden ist.

Wir meinen die Abstammung des fürstlichen HausesLiechtenstein von den Kucnringern, eine Ansicht, die schon im15. Jahrhundert in der Form einer bestimmten Erzählung auf-tritt. Diese Erzählung findet sich in der alten Ocstcrrcichi-schen Chronik des Kloster-Ncubnrgcr Prälaten Jacobs undlautet so:

Popp, Ertz-Bischoff zu Trier, ein andächtiger ehrsamerweiser Fürst, Herr Leopolds deß Schön Marggrafen in

') C. Hopf, historisch-genealog. Atlas I. 175.

2) Der Löblichen Fürsten nnd deß Lands Oesterreich alt Her-kommen und Regierung. Bafel 1491. Lorixtorss, rsrnin Lmstrin-enrnin I. 1V12. IVnrmdrnnä, Lolleetnnon 185. Vgl. Hormayra. a. O. 9.