Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
360
Einzelbild herunterladen
 

360

Chntilton und Courbon und schickte häufig Patrouillen nachMontbard und Scmnr. Am 9, April stund er in St, Florcntinund seine äußersten Posten innren in Joignh >).

Mittlerweile wnr Puriö am 30. März gefallen. Ent-sprechend der Bcstimmnng seiner leichten Division hatte daherFürst Moriz an den größeren Ereignissen dieses Fcldzngö wenigAnthcil genommen. Stets mehr nin äußersten Flügel gehaltenoder zn Strcifungen entsendet, hatte er die Aufgabe gehabt zusäubern, zn sichern, zu beobachten, zu schützen und zu decken.

Fürst Moriz, in die Heimat zurückgekehrt, überlebte dieKricgszcit nicht lange. Die Strapazen der unaufhörlichenFcldzügc, die früh begannen, mochten den Körper vor der Zeitaufgerieben haben. Schon 1819, erst 45 Jahre alt, starb eram 24. März. Am 13. April 1806 hatte er sich mit MarieLcopoldine, Tochter des Fürsten Nikolaus Estcrhazh, vermählt.Er hatte dieselbe bereits im Jahre 1803 kennen gelernt, abereine wirkliche Annäherung geschah erst 1805 durch Vermittlungoder auf Veranlassung des Bildhauers Eunova, welchen FürstMoriz in Rom gesehen und in Wien bei seiner Mutter einge-führt hatte. Die Verlobung geschah nach der Heimkehr aus derfranzösischen Gefangenschaft (November 1805), die Hochzeit wurdeim Esterhazy'schcn Schloß zu Eisenstadt gefeiert. Die jungeFürstin, geboren am 31. Januar 1788, war erst 18 Jahrealt. Sic war ebenso nnmnthig wie von Liebe zu den schönenKünsten erfüllt. Cnnova lobte ihre Zeichnungen und war so vonihr selbst entzückt, daß er eine mit aller Liebe und Hingebungausgeführte Portraitstatuc von ihr machte, welche »och heuteim Parke zn Eiscnstadt steht ^). DaS junge Paar verweilte häufigin Eisenstadt, doch brachte es den Sommer, wenn der Kriegsdienst es nicht anders verlangte, meist auf dem eigenen SchlosseFrischau zu, welches Fürst Moriz aus dem Nachlaß der vcr-

-) Schels, Ii. 116.-) Wolf, 304 ff.