beinahe die gänzliche Vernichtung des Macdonald'schcn Corpsveranlaßt. — Der Feind begann noch an demselben Tage (19.)seinen Rückzug. Der gestrige Tag (20. Juni) lieferte uns nochviele Tausend Gefangene und sicherte uns seinen Verlust undden seiner Bagage.
„Hier haben Sie nun beiläufig das Bulletin, das aber nurfür Ihren Gebrauch ist. Da ich seit sechs Tagen nur einmalWarmes gegessen und seit drei Nächten nicht einen Augenblick ge-schlafen habe, denken Sic sich noch dazu die Heftigkeit der Bewegung,meine Verletzungen durch Pfcrdcstürze und die Erhitzungen sowohlphysischer und moralischer Art, so finde ich es für nöthig, heute(21.) um 6 Uhr Früh die Armee zu verlassen, hier zu Pincenznauszuruhen, und dies um so mehr, als die Sache so viel als ge-endigt ist, da man nur einige leichte Truppen zur Verfolgungdes Feindes absendet. Schon gestern mußte ich die letzten Lebens-kräfte aufbieten, um mich beim Verfolgen des Feindes nur nochauf dem Pferde zu erhalten. Der Himmel hat mich in diesenTagen des Ruhmes mit seinem Segen und seiner Gunst über-häuft; denn er hat nicht nur mein Unternehmen mit Glückgekrönt und mich unzähligen Gefahren entrissen; sondern esmußte sich auch fügen, daß Fröhlich verwundet und mir das Co-mando übertragen wurde; ferner, daß ich, wie durch Inspirationgetrieben, meinen Marsch beschleunigt; denn ich hätte erst am20. bei der Armee eintreffen sollen, kam aber um vier Tagefrüher, also gerade zu rechter Zeit an.
„Ich hoffte, der Courier werde sogleich abgehen, wie esauch festgesetzt war, aber ein Zufall will es, daß er auf BefehlSuwarow's erst am 26. abgehen wird, daher Sie auch meinenBrief später erhalten werden."
Die in diesem Briefe geschilderten Gefechte, an welchender Fürst einen so ruhmvollen und entscheidenden Antheil nahm,sind in der Geschichte als die Schlacht an der Trebbin (17. bis19. Juni) bekannt, welche Oesterreicher und Russen vereint unterMelas und Surawow den Franzosen unter Macdonald lieferten.