Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
273
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die Fürstin Lcopoldinc Kaunitz. Eleonore schrieb darüber ihrerTochter:Sic ist gestorben in Gott, im Glauben und in derLiebe, in wahrer Dcmuth und in der Reinheit, welche Gott vonseinen Auscrwühltcn verlangt. Was habe ich in diesem entsetz-lichen Winter gelitten; alle Freude ist mir vergiftet >)." Nochlange vermißte sie die Schwester, die ihre Vertraute, ihr Rathund ihre Stütze stets gewesen war. Auch die Söhne machtenihr Sorgen, insbesondere der zweite Sohn Wenzel, der widerseine Neigung in den geistlichen <Ztand eingetreten war. DasSchlimmste aber war der Tod des ältesten Sohnes, des FürstenKarl, der am 9. Deccmber 1795 in Folge eines Duells seinenTod fand. Die Mutter war tief erschüttert.

Mit dem Tode der Gräfin Kaunitz waren auch die Zu-sammenkünfte der Damen eingegangen; die Fürstin Franz unddie Fürstin Kinsky waren ebenfalls Wittwen geworden. Unterder Aufregung der französischen Kriege, an denen ihre Söhnetheilnahmcn, stellte sich das Alter ein. Die Fürstin Eleonorehatte 1797 ihr Haus in der Wallnerstraße verkauft und dafürein anderes kleineres in der Ricmerstraße 2) erworben. In denJahren 1805 und 1807 besuchte sie noch Kroinau und ihr altesMeseritsch und verweilte zu Zeiten in Eisgrub, wenn die ganzeFamilie Liechtenstein sich dort versammelte. Im Winter gab siewohl kleine Diners und Gesellschaften, wobei alte und neueFreunde sich einstellten. Den gewaltigen Tagesereignissen folgtesie mit der alten Lebhaftigkeit ihres Geistes, aber am Altenhängend, sah sie nur mit Schmerz dasselbe zusammenbrechen.Während des Krieges von 1809 blieb sie die ganze Zeit in Wien,während ihre Söhne in der Armee mitkämpften. Im Frühjahr1811 kaufte sie noch ein kleines Haus in Hietzing und brachtein demselben den Sommer zu, aber im Herbste kehrte sie schonleidend zurück. Sie erlebte noch einen Sommer, den sie ebenfalls

0 Wolf, 24S.

2) Nr. 8, bis 1881 Eigenthum des Grafen Lanckoronsky.

Falke, Liechtenstein. III. Bd. 18