Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
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Schaar eingestellt hatte: fünf Söhnc und cinc Tochtcr. Insbe-sondere hatte sich die letztere innig an sie angeschlossen, und siefühlte daher schmerzlichst den Verlust, als sich dieselbe (29. Ja-nuar 1782) mit dem Grafen Johann Ernst Harrnch vermählte.

Aber es kamen bald noch andere Sorgen über sie alsdiejenige um die Pläne ihres kaiserlichen Freundes. Es starb derGemahl, und sein Sohn und Nachfolger, der junge Fürst Karl,hcirathctc nicht ganz nach ihrem Wunsche und Willen. Es kamdann der Tod des Kaisers selbst, nachdem sie soeben erst dieHochzeit ihres Sohnes gefeiert hatte. Sie wurde krank undkonnte das Zimmer nicht verlassen, während man dem Kaiserdie Lcichcnfcicrlichkeiten veranstaltete. Sic hatte nun ihre Rolleim großen Leben ausgespielt. Sic verlangte auch nicht weiterdarnach und fand sich alt, ernüchtert, gleichgültig gegen die Dingedes öffentlichen Lebens. Es kamen neue Zeiten, andere Menschen.

Die Zusammenkünfte der Damen dauerten noch fort,aber sie hatten ihre Bedeutung verloren. War die FürstinEleonore schon mit den Reformen Josephs nicht im Einklanggewesen, so fand sie sich gar im Widerspruch mit der franzö-sischen Revolution. Die Prinzipien und ihre Ereignisse warenihr gleich verhaßt. Sie war aber nur ein ferner Zuschaueraller dieser Dinge, sowie der Veränderungen, die am österreichischenHofe und in der österreichischen Politik mit Leopold II. undFranz vorgingen.

Nach dem Tode des Gemahls kam sie selten auf diemährischen Güter. Kromau gehörte dem Sohne und ihr eigenes,Mcseritsch, war ihr zu abgelegen. Sie kaufte sich zu Wien inder Vorstadt Landstraße einen Garten und baute sich dort eineVilla. Hier brachte sie den Sommer zu. Die alten Freundeblieben ihr treu und man sah sie viel im Winter wie imSommer. Allmalig wurde es einsamer um sie. Es starb imJahre 1794 ihr Sohn Franz als Lieutenant in Folge einerVerwundung in den Niederlanden; 1795 am 28. Februar starbdie treue Genossin und Freundin ihres Lebens, ihre Schwester,