Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
269
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Schritt criuncrt mich an Dich; jcdcn Augenblick will ich Diretwas sagen, und Du fehlst mir überall. Tag für Tag fühleich mehr, wie nothwendig Du mir bist. Mein einziger Trostist mein Mann, der voll zärtlicher Freundschaft für mich ist,und meine kleine Tochter, welche sich gesund und wohl befindet')."

Es folgt nun die Reihe der Friedcnsjahrc, welchein Wien, in Mcscritsch, in Fcldsbcrg und Eisgrub und- ver-schiedentlich verlebt wurden, je nachdem das Leben in Winterund Sommer, Hoflcbcn und häusliches Leben, Stadt und Landes mit sich brachten. Es gab viele Feste und Vergnügungenbei Hof, im Glück der Familie, bei Partien und Besuchen, aberes gab auch der Sorgen, der Kränkungen und Unannehmlich-keiten, von denen Einiges aus dieser Zeit bereits oben im Lebendes Fürsten Karl angedeutet worden. Vom Jahre 1770 anaber kommt ein neues und dauerndes Interesse in dieses Lebender Fürstin Eleonore durch ihre Freundschaft mit Kaiser Joseph.

Es hatte sich zu jener Zeit ein kleiner Damcncirkcl ge-bildet, eine Art Frenndschaftsbund verwandter und gleichge-stimmter Damen, welche, wenn sie in Wien waren, möglichstoft zusammen kamen. Es waren die Fürstinnen Clary undKinsky, beide Töchter des Grafen Friedrich von Hohenzollern-Hechingen, die Fürstinnen Leopoldine und Eleonore Liechtenstein,jene die Gemahlin des Fürsten Franz, daher auch dieFranzin" genannt, wie Eleonore dieKarlin" hieß; zu ihnentrat als fünfte, nach ihrer erneuerten Ucbcrsicdlung nach Wien,Eleonorens Schwester, die Gräfin Leopoldine Kaunitz. Geistvoll,fein gebildet nach Art der Zeit, liebenswürdig, zum Thcil schön,machten sie bald ihren kleinen Kreis berühmt und standen zu-gleich außerhalb desselben an der Spitze der Gesellschaft.

Der kleine Kreis versammelte sich mehrere Male in derWoche von 8 bis 10 Uhr, was um so leichter sich machte, alsdie Damen in Wien nahe bei einander wohnten. Im Sommer

') Wolf, 31.