sie ihre Kinderjahre in Oellingen, die Schwestern wurden dannnach Straßburg in ein französisches Kloster geschickt, bliebendort bis 1758 und lebten darnach wieder eine Zeitlang stillund einsam in Dettingen, bis sie an den Wiener Hof kamen.Da sie von ihrer bei der Geburt der Eleonore gestorbenenMutter Therese einiges Vermögen besaßen, welches nach undnach durch den Tod der Tanten beträchtlich vermehrt wurde,so konnten sie für gute Partien gelten. Leopoldinc hatte vonihrer Tante, der Herzogin Guastalla, deren Güter in der Lom-bardei erhalten, Eleonore aber die mährischen Güter Groß-Mcscrisch, Radostin und Zhor im Wcrthc von einer halbenMillion Gulden.
So durch Geburt und Vermögen schon in Verbindungmit Oesterreich, brachte beide Töchter ihr Vater Fürst Alois imJahre 1760 nach Oesterreich und empfahl sie dem Schutze derKaiserin Maria Theresia, welche sie als Kammerfräulcin auf-nahm. Bald waren sie heimisch in Hof und Gesellschaft. „Eskonnte nicht fehlen," sagt Eleonorens Biograph'), „daß diejungen Fürstinnen Aufsehen machten. Leopoldine war damalsneunzehn, Eleonore fünfzehn Jahre alt, beide gesund, wohl er-zogen, aus gutein Hanse, reich, die ältere ernster, stiller, diejüngere lebendig, munter, naiv." Was sie später werden sollte,„eine Frau des achtzehnten Jahrhunderts mit allen Vorzügenund Schwächen ihres Geschlechts und ihrer Zeit, eine Frauvoll von Contrastcn, voll Geist und Spott, voll Anmuth undKraft, herzlich und derb, stark im Wollen, unabhängig im Ur-thcil, ihrer Ucberzcugung getreu, streng, sittlich, aufopfernd,stolz, keusch und barmherzig" 2) — das alles konnte Eleonoredamals freilich nur im Keime zeigen.
Es konnte den jungen Fürstinnen nicht an Freiern fehlen.Leopoldine verlobte sich mit dem Grafen Ernst Kaunitz, dem
') Wolf, 16.2) Wolf, 2.