Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266

gehörte, den Sommerauscnthalt gebildet, von nun cm wurde esKroniau, soweit die Pflichten des Dienstes erlaubten, und bliebes fortan für die jüngere Linie. Da nun noch jährliche Geld-summen aus den Fideicommißcapitalicn, wie oben im Leben desFürsten Emanucl erzählt worden, hinzukamen, so war die Ein-nahme des Fürsten Karl nicht unbeträchtlich. Nach einem Briefeder Fürstin Eleonore betrug seine Jahrcsrcntc 35,825 Gulden,wobei wohl nicht alles mitgerechnet ist ^). Kromau bietet keinenbesonderen Reiz; zwischen Znaim und Brünn in bergiger Gegendgelegen, entbehrt es der Anmnth; auch das Schloß ist baulichvon keiner Bedeutung; immerhin gewährte es Reiz, hier auf dereigenen Herrschaft in Unabhängigkeit den Sommer und denHerbst inmitten der heranwachsenden Kinder zu verbringen. Sothat die Fürstin Eleonore, auch wenn die Pflichten des Dienstesden Fürsten fernhielten.

Die Fürstin Eleonore ist durch ihre eigene Persönlichkeitund insbesondere durch ihre freundschaftlichen Beziehungen zumKaiser Joseph so sehr zu besonderer Bedeutung gekommen undso viel genannt, daß wir nicht umhin können, auch von ihr einenkurzen Lebensabriß zu geben, obwohl sie ihren eigenen Biographenund ihre eigene Biographie in dem bereits öfter genannten Buchegefunden hat 2).

Fürstin Eleonore aus dein fürstlichen Hause Dettingen-Spiclbcrg war zu Dettingen im Ricsgau am 7. Juli 1745geboren. Sic war die Tochter des Fürsten Johann Alois I.und der Fürstin Therese, einer Tochter des Herzogs Leopold vonHolstcin-Wicscnburg, welcher mit einer Tochter des Fürsten HansAdam von Liechtenstein vermählt gewesen war 2). Mit ihrerälteren Schwester Marie Leopoldine (geboren 1741) verbrachte

') Wolf, 108.

2) Adam Wolf, Fürstin Eleonore Liechtenstein 17451712. NachBriefen und Memoiren ihrer Zeit. Wien 1875.

2) S. oben II. 347.