Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

Vorfall, wie Sie leicht begreifen können, war, so kann ich dochnicht anders, als Ihnen die volle Gerechtigkeit leisten, daß Sicdiejenige Partie ergriffen haben, welche die einzige nnd den Um-ständen und Kräften Ihres Corps angemessen war. Ucbrigcnsersuche ich Sic, alle mögliche Obsorge für die Erhaltung derrechtschaffenen Leute zu tragen, die bei dem letzten Vorfalle ver-wundet wurden. Auch werden Sic den Generalen und Offizieren,sowie den sämmtlichcn Truppen, die sich besonders durch ihreTapferkeit ausgezeichnet haben, meine Dankbarkeit und Zufrieden-heit zu erkennen geben. Ihnen aber, mein lieber Fürst, kannich nicht genug bezeugen, wie sehr Sic sich durch die Art, mitder Sic in einer so gefahrvollen Lage vorgegangen sind, ummeine Erkenntlichkeit und besondere Zuneigung verdient gemachthaben. Nur muß ich Ihnen die Schonung Ihrer Gesundheitempfehlen, damit Sic sich noch wciters im Stande erhalten, denso wichtigen Auftrag, den ich Ihnen zufolge meines Zutrauensin Ihre Einsicht und Ihren Diensteifer gemacht habe, zumBesten des Staats ausführen zu können."

Nichtsdestoweniger schrieb der Kaiser dem Unfall bei Dubitzadas Mißlingen des ganzen FeldzugS zu. Er ernannte den FürstenKarl zwar noch zum Feldmarschall (8. Octobcr 1788), abermit so wenig Anerkennung, in so kurzen Worten, daß die Er-nennung nur Schmerz und Bitterkeit hervorrief. EinundvicrzigJahre hatte Fürst Karl in der Armee gedient. Die WienerZeitung >) brachte die Nachricht von seinem Tode in folgenderWeise:Den 21. Früh verschied nach langwieriger KrankheitKarl Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau undJägcrndorf, Ritter des goldenen Vließes, k. k. Kämmerer, ge-heimer Rath und General-Feldmarschall, commandirender Generalin Oesterreich ob und unter der Enns und in den Vorlanden,

Toscana II. 329. Der Kaiser macht dem Fürsten schlechte Anstalten beidem Sturme und nachherige Unthätigkcit zum Vorwurf.

Wiener Diarium vom 25. Februar 1789.