Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
262
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truppcn der Türken, welche mittlerweile herbeigekommen waren,einen Angriff nnf die Belagerer, so daß diese zwischen zweiFcncr gcricthcn. General Schlaun schlug zwar die Türken ansden Tranchscn wieder hinaus und würde mit ihnen in die Stadtgedrungen sein, wenn er nicht tödtlich verwundet worden wäre.Hiernach kam es noch zu einem Gefecht auf freiem Felde, dasüber drei Stunden dauerte. Die Türken drangen mit ihrenSpießen bis an die österreichische Infanterie, wurden aber durchden Muth und die Standhaftigkcit derselben, mit der Unter-stützung cinerSchwadron des Kinsky'schcn Chcvauxlegers-Rcgiments,gänzlich zurückgeschlagen. Die Ocstcrrcichcr verloren bei dieserGelegenheit 4 Oberoffizicre und 120 Mann an Todtcn, zweiGeneralmajore, 11 andere Offiziere und 414 Mann an Ver-wundeten. Der Verlust der Türken wurde auf 1000 Manngeschätzt.

Der Sturm war jedenfalls mißlungen, und der FürstKarl glaubte ohne weitere Verstärkung die Belagerung nichtfortsetzen zu können. Er zog sich über die . Unna zurück undnahm hinter derselben bei Czerovliany mit seinem Lager eine festeStellung. Die über die Unna geschlagene Pontonbrücke sicherteer durch eine Brückenschanze. Die Türken blieben jenseits desFlusses und wagten ebenfalls nichts Bedeutendes zu unternehmen.Ihre Angriffe gegen die Brücke wurden jedesmal blutig zurück-gewiesen. Ebensowenig gelangen andere Angriffe und Versucheihrerseits, obwohl sie in ihrem Lager bei Dubitza noch bedeutendverstärkt wurden >). So gingen mit gelegentlichen kleinen Schar-mützeln drei Monate hin. Der Fürst wartete auf Verstärkungenlange vergebens. Als diese endlich eintrafen, war der Fürst be-reits so schwer und gefährlich erkrankt, daß er am 18. Julidas Commando wiederum dem General de Vins übergab, vondem es an Laudon überging. Der Kaiser war seinerseits mit

>) Geschichte des Kriegs zwischen Rußland, Oesterreich und derTürkei I. 180 ff.