starb dic Kaiserin Maria Theresia lP9. November 1789). DieVersöhnung aber mit dem nun allein herrschenden Kaiser warso entschieden, daß Fürst Karl in den nächsten Jahren zu denausgesprochenen Freunden und Günstlingen desselben gehörte.
So erhielt er denn auch in dem nächstfolgenden großenKriege mit der Türkei (1788) ein höheres Commandu, aber dieUmstände waren nicht darnach angcthan, daß er es lange undzum Ruhme führen konnte. Kaiser Joseph hatte diesen Krieg, wiebekannt, in Gemeinsamkeit mit den Russen unternommen undhoffte, durch denselben alleö wieder zu gewinnen, waö einmal zuden österreichischen Staaten gehört hatte und von den Türkenentrissen worden und in ihrem Besitz geblieben war. SeineVorbereitungen für den Feldzug, der früh im Jahre 1788 be-ginnen sollte, waren höchst bedeutend, aber die Anordnung undAufstellung der Streitkräfte waren einem großen Erfolge nurhinderlich. Nach dein Rathe Lacy's waren fünf verschiedene Armec-abthcilungen in weiten Entfernungen von einander rings an denlanggestreckten Grenzen von Galizien bis Croaticn aufgestellt.
Diejenige Armceabtheilung — denn sie war zu unbedeutend,um sie eine Armee zu nennen —, welche von Croaticn aus nachBosnien hinein opcrircn sollte, stand zuerst unter dein Befehledes General de Vins. Im März aber dieses Jahres (1788)übernahm Fürst Karl das Connnando über dieselbe. Seinenächste Aufgabe war die Belagerung und Eroberung der FestungDubitza. Seine Mittel aber waren durchaus unzulänglich, seineLage daher eine äußerst peinliche, und er erkannte sehr klar, daßder Erfolg mit den vorhandenen Kräften ein unmöglicher sei.In dieser Lage schrieb er seiner Gemahlin: „Ich habe zweiungarische Bataillone, drei Bataillone deutscher Infanterie, dreiDivisionen Chcvanxlegcrs, zwei Husaren-Divisionen'). Prinz
') Nach: Geschichte des Kriegs zwischen Nußland, Oesterreich und derTürkei I. 49 sollte das Corps des Fürsten Karl aus drei Bataillons deutscher,sechszehn Bataillons croatischer Grenzinfanterie, aus sechs Schwadronen