Krönung beiwohnen >). Sie brachen nbcr noch vor dein Hofevon Wien auf und benutzten die Zeit zu einer Reise durch denSüden Deutschlands, wobei sie in München und dann ins-besondere in Dettingen bei den Verwandten der Fürstin einigeFeit verweilten. Noch vor dem Kaiser trafen sie in Frankfurtein, nahmen an allen Feierlichkeiten und Festlichkeiten thcil undkehrten wiederum über Dettingen in die Heimat zurück.
Zur Zeit, da Kaiser Joseph die Leitung der österreichischenMilitärangclcgcnhcitcn übernommen hatte, schloß sich Fürst Karlals leidenschaftlicher Soldat ihm ganz an, gcrieth darüber aberin Zwistigkeitcn mit der Kaiserin Maria Theresia, deren Eifer-sucht er verletzt hatte. Fürst Karl war im Jahre 1765 Gcncral-Jnspcctor der Cavallcrie geworden und führte zugleich das Com-mando über die in Nicdcröstcrreich stehenden Cavallcriercgimcntcr.Diese Stellung, so berichtet Wolf den Streit 2), war ihm iu-sofcrnc angenehm, als er dabei seinen Wohnsitz in Wien habenkonnte, aber sie war auch die Ursache verschiedener Reibungenmit dem Hofkricgsrathe und mit dem Hofe. So geschah es imJahre 1766, als Fürst Karl zum Lager nach Jglan rcisctc under versäumt hatte, sich zum Abschied der Kaiserin in Schönbrnnnvorzustellen, daß ihm diese für solchen Mangel an Aufmerksam-keit durch den Präsidenten des Hofkriegsrathcs einen schriftlichenVerweis crthcilcn ließ. Der Fürst, welcher damals ein Regimentzu bekommen hoffte, nahm die Sache sehr ernst, versuchte, sichbei dem Präsidenten des Hofkricgsraths, den er zur Unzeit daranerinnerte, daß er ihn und sein Corps im Kriege vor der Ge-fangenschaft gerettet habe, vergebens zu rechtfertigen und dachteselbst daran, seinen Abschied zu nehmen. Seine Gemahlin, FürstinEleonore, war nicht weniger erregt und schrieb ihrer Schwester:„Seit achtzehn Jahren ist mein Mann im Dienst, er hat Müheund Sorge ertragen und oft sein Leben riskirt, und nun soll
>) Wolf, c>. a. O. 25.2) Wolf, a. a. O. 57 ff.