Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
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Dic Errichtung dcr scinigcn war also wohl nicht lange voraufgegangen. Wahrscheinlich hatte dcr Erfolg der Schlacht vonKolin sie veranlaßt.

Während dcr Fürst Wenzel die letzten Jahrzehnte seinesLebens bis an seinen Tod unausgesetzt mit dem Artillcricwcscnbeschäftigt war und in dcr That persönlich während des sieben-jährigen Krieges nicht wieder in das Feld zog, blieb er dochkeineswegs ohne Antheil an den Begebenheiten, noch stoß seinLeben einförmig dahin. Die Kaiserin Maria Theresia, die ihnebenso ehrte und schätzte als Freund wie als Rathgeber, zogihn fort und fort in die Bcrathung der wichtigsten Angelegen-heiten.

Im Jahre 1751 commandirtc er das große Lager von30,000 Mann, welches bei Pest zur Feier und Vergnügung desanwesenden Hofes zusammengezogen war. Von da begab er sichin die Bäder, erst nach Spaa, wo er bereits die Fürstin vor-fand, dann nach Aachen, der warmen Quellen sich zu bedienen.Zu Aachen befand sich zu gleichem Zwecke der Statthalter derNiederlande, Prinz Wilhelm IV. von Oranien. In beständigemUmgänge schlössen beide intime Freundschaft, und als der Prinzvon Aachen schied, um nach dem Haag zurückzukehren, lud erden Fürsten zu einem Besuche ein. Der Fürst folgte der Ein-ladung und besuchte unterwegs Mastricht, Tirlemont, Löwen,Mecheln, Antwerpen. In Mardyk wartete seiner eine armirteDacht des Prinzen von Oranien, um ihn nach dem Haag zubringen. Hier wurde er von den Behörden, den Generalstaatenund vielem Volke festlich empfangen und während der Dauerseines Besuches hoch gefeiert. Unglücklicher Weise erlitt der Be-such eine traurige Unterbrechung. Nach Ablauf von zehn biszwölf Tagen erkrankte der Prinz von Oranien plötzlich und ver-schied in den Armen des Fürsten Wenzel. Nach diesem beklagens-werthen Ereignisse verließ dcr Fürst den Haag zu einer weiterenReise in Holland, auf welcher er Leiden, Amsterdam und Rotter-dam besuchte. In letzterer Stadt erkrankte er selbst, gelangte