Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
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mich alles dessen, was ihm Angenehmes widerfährt, ebenso er-freue, als wenn es mir geschähe. Ich bitte, ihm noch zu sagen,daß er mir seine Freundschaft bewahre, ans welche ich unendlichenWerth lege, nicht aus politischen Gründen, sondern aus wahrerHochachtung, welche ich für seine Person und seinen Charakterals Ehrenmann habe, den ich in ihm kenne. Möchte der Himmelihn mit seinem kostbarsten Segen überhäufe» und ihn alle Süßig-keiten kosten lassen, ohne seine Bitterkeiten. — Wenn die Sachenhier den Weg fortgehen, den sie nehmen, so fürchte ich sehr, daßich unsere Corrcspondenz nicht werde fortsetzen können. Indessenbitte ich Sie, nur noch zu schreiben, bis ich Ihnen nicht mehrantworte. Adieu, mein thcurcr Fürst! Es würde überflüssigsein, Sic meiner vollkommenen Freundschaft zu versichern. WennSic mich gut kennen, wie ich hoffe, dann müssen Sic wissen,daß die Wahrheit und die Standhaftigkcit meinen Charakterbilden, das heißt, daß ich es nicht verstehe, die Gefühle meinesHerzens zu verleugnen und falsche Versicherungen von Freund-schaft zu geben, noch jemand derselben versichere, ohne gewissen-haft diese Verpflichtung zu halten. Das sind die Gefühle, mitwelchen ich bis zum Grabe sein werde, mein thcucrster Fürst,Ihr trcucst zugcthaner Freund und Vetter Friedrich "

Ungeachtet der Schwierigkeit, welche dieser Brief andeutet,wurde die Corrcspondenz noch eine Weile fortgesetzt. Der Kron-prinz schreibt wieder aus Rupin am 19. April desselbenJahres (1736):

„Mein thcucrster Fürst!

Ich habe mit vielem Vergnügen den Brief gelesen, denSie die Freundlichkeit hatten, mir zu schreiben, empfindsam, soviel nur möglich, für die Zeichen Ihres theucrn Andenkens. Daich Ihre Freundschaft für mich kenne, so kann ich nicht umhin,Ihnen meine Ueberraschung bei der Rückkehr des jungen Secken-dorf nach Berlin auszusprechen. Ich fürchte fast, daß dieses