Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
137
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Der nächste Brief, ebenfalls aus Berlin vom 28. Dc-ccmbcr desselben Jahres, lautet also:

„Mein thencrstcr Fürst!

Sic zeigen nur sa viel Aufmcrksainkcit in jedem IhrerBriefe, daß ich zu lebhafter Erkenntlichkeit gerührt bin. Ichwünschte nur, Ihnen meinerseits Vergnügen machen zu können,und ich versichere Sic, mein thcurcr Fürst, daß ich niemals dieGelegenheit versäumen werde, wv ich Ihnen davvn Zeichengeben kann. Die Neuigkeiten hier sind sehr steril, wenn nicht,daß der Marschall Finck soeben gestorben, ein unersetzlicher Ver-lust für den König und für die Armee; er gehörte zn jenenLeuten, die unsterblich sein sollten, gewöhnlich aber sind dasdiejenigen, welche man am leichtesten verliert. Ganz Berlintrauert darüber, und ich kann sagen, daß es wenige gicbt, dieihn nicht aufrichtig beklagt haben. Ich endige mit diesem traurigenGegenstande, der nur geeignet ist, das menschliche Herz zu er-niedrigen, und welcher uns den schrecklichen Gedanken in Er-innerung bringt, daß der Mensch Staub ist und zum Staubezurückkehren wird. Adieu, mein theuerster Fürst; ich bitte Sie,erhalten Sie mir Ihre Freundschaft, welche mir kostbarer ist alsSchätze, und zählen Sie mich immer unter die Zahl derjenigen,welche aufrichtig und achtungsvoll sind, mein theuerster Fürst,Ihr vollkommenst zugethaner Freund und Vetter

Friedrich."

Der Fürst Liechtenstein beantwortet diesen Brief mit seinemBedauern über den Tod des Marschalls Finck und fügt dieKlage hinzu, daß der Prinz Eugen kaum noch den Monat Märzüberleben werde, daß er, obwohl der größte Mann seiner Zeit,dennoch wahrscheinlich sehr wenig bedauert sterben werde. DerKronprinz erwiedert darauf in einem Briefe vom 13. Februaraus Rupin, nachdem er dem Fürsten schon am 1. desselben