Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
109
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Guntramsdorf, während dem Fürsten Emanncl ein Capital van75,000 Gulden und ein auf 89,009 Gulden geschätztes Hausin der Bräuncrstraßc zufielen, wogegen er dein Bruder noch12,000 Gulden auszuzahlen hatte').

Jm Jahrc1718 am 19. April hcirathcte Fürst Wenzel, wie er-wähnt, eine Tochter des Fürsten Anton Florian, Anna Maria, diejunge Witwe des Grafen Ernst von Thun^). Dieser Ehe ent-stammte ein Sohn Philipp Anton (Xaver Joseph Oswald),welcher am 6. August 1719 geboren wurde, aber schon am14. April 1723 wieder aus dem Leben schied.

Fürst Wenzel hatte nach Beendigung seiner Studien frühden Kriegsdienst begonnen. Schon 1715 trat er in das Dra-gonerregimcnt Wehlen als Lieutenant ein. Die Umstände warenäußerst günstig, denn ein großer Krieg stand bevor, einer derruhmwürdigstcn, welchen jemals die österreichischen Waffen geführthaben. Die Türken hatten den Vcnetiancrn Morca genommen,und in Oesterreich, das Venedig zum Beistände verpflichtet war,wurde der Krieg gegen die Türken beschlossen. Prinz Eugen er-hielt den Oberbefehl, und ein großes Heer, zu welchem auch dasRegiment Wehlen gehörte, sammelte sich an der unteren Donau.Es erfolgten die siegreichen Schlachten von Pctcrwardein undBelgrad, die Ucbcrgabc dieser starken und wichtigen Festungund endlich der gcwinnrcichc Friede von Passarowitz am 2l. Juli1718. Fürst Wenzel hatte an allen Hauptbcgcbcnhcitcn teil-genommen mit solcher Auszeichnung, daß er der Schlacht beiBelgrad schon als Obcrstlicutcnnnt in seinem Rcgiincntc beiwohnte.In dieser Schlacht führte ihn seine Kühnheit mitten unter dieFeinde, und schon hatte ein Mohr den Säbel über ihn geschwungen,als es ihm noch rechtzeitig gelang, denselben mit einem Pistolen-schuß niederzustrecken, wonach er sich zu den Seinigcn durchschlug s).

-) it. d. i.

2) va. 68.

2) Walbcrg, KsusaloAlÄ.