— 11 —
seinen guten Willen dem kaiserlichen Hase gegenüber zu zeigen,bewilligte der Papst am nächsten Tage sofort einen Wunsch deskaiserlichen HauscS, zur Fortsetzung des Krieges gegen die Türkenden Zehnten ran einem Theile der Einkünfte der Geistlichkeit inDeutschland und Ungarn auf sechs Jahre erheben zu dürfen.Weitere Snbsidien aber, welche der Fürst im Namen seinesHofes für den Türkenkricg und insbesondere für die Befestigungvon Petcrwardein verlangte, wurden nicht gewährt.
Ucbrigcns stand der Fürst Anton Florian bei dem Papsteselbst, sowie nicht minder bei allen Großen Roms und den Prä-laten persönlich in höchstem Ansehen und Achtung. Die Großenwie das römische Volk wußte er durch seine prachtvollen Auf-züge zu gewinnen, zu denen sich öfter die Gelegenheit darbot.So z. B., als er am 8. September 1691 die Siegesbotschaftvon der Schlacht bei Salankcmcn nebst der erbeuteten türkischenHnuptfahne dem Papste zu überbringen hatte. Dem glänzendenAufzuge und dem feierlichen Hochamt im Vatican, dem scchs-undvicrzig Cnrdinäle beiwohnten, folgte Abends große Illu-mination und Feuerwerk und ein Fest in seinem Palaste, anwelchem auch das Boll vermittelst eines Springbrunnens vonrothcm und weißem Wein thcilnnhm. Bei dem Banquct, zuwelchem die berühmtesten Virtuosen Roms die Musik machten,waren alle römischen Fürsten und Grafen anwesend. Am nächstenTage fand wiederum ein feierliches, von allen Großen besuchtesHochamt in der deutschen Kirche äoll'^.nima statt, die mit kost-baren Teppichen behängt war. Hier entfaltete sich der eigeneHofhält des Botschafters in der glänzendsten Weise. Der FürstAnton Florian war in dieser Beziehung eingerichtet wie keinanderer mit Offizieren und zahllosen Bedienten, mit zwanzigCnrosscn und vielen Pferden; acht Edelknaben bedienten bei derTafel. Das Tagebuch gicbt Zcugniß, wie oft es Gäste an derTafel gab. Die Besoldung reichte selbstverständlich nicht aus,einen solchen Hallshalt zu führen. Die eigenen Einkünfte desFürsten, obwohl damals im Verhältnis? zu späterer Zeit noch