Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
9
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endlich am 12. Juli der Erzbischof van Neapel, Anton Pignntclli,welcher als Jnnoccnz XII. den päpstlichen Stuhl bestieg. Ergehörte nicht der deutschen oder österreichischen Partei an, trachtetevielmehr den alten Streit mit Frankreich über die Bischöfe ver-söhnlich zu Ende zu bringen. Doch war er auch keineswegs jenerfeindselig und empfing den Fürsten Anton Florian in seinerAudienz mit aller Distinctivn und versicherte ihn seiner nngc-borncn Neigung für das Haus Oesterreich. Der Fürst fand ihngeneigt, den Frieden zu vermitteln und besondere Gesandte dazuzu allen Staaten zu schicken, allein wozu er ihn nicht geneigtfand, das war, Subsidicn für den Türlcnkricg zu zahlen. Außerden Dccimcn, schreibt er, haben wir auf keine Subsidicn zu hoffen;Sc. Heiligkeit behaupte, nichts zu haben, und habe ihn an dieKrone Spaniens verwiesen >).

Das gute persönliche Vernehmen dauerte aber nicht lange.Der neue Papst war darauf bedacht, Mißbrauche, zumal in Romselbst, abzuschaffen und der ewigen Stadt durch ein gutes Polizci-rcgimcnt Ruhe und Ordnung zu geben. Dabei ging es nichtohne Streit mit den Botschaftern ab, deren Quartiere dasPrivilegium der Sicherheit gegen das Eindringen der Sbirrcnbesaßen. Schon Jnnocenz XI. hatte dieses Privilegium aufge-hoben, Jnnoccnz XII. suchte aber auch die Aufhebung wirklichdurchzuführen und hierbei begegnete er der Eifersucht der Ge-sandten, die von ihrem Rechte nicht lassen wollten. Diesen Um-stand bcntttztc der päpstliche Gouverneur von Rom, durch seineSbirrcn die Leute des Fürsten Liechtenstein, mit denen er schonverschiedene Zwistigkcitcn gehabt hatte, zu reizen und zu kränken.Vergebens hatte der Fürst Abstellung. aller dieser Acrgcrlich-kcitcn und Gcnugthuung verlangt. Endlich verlor er die Geduld undsuchte sich sein Recht mit Gewalt zu verschaffen. Als eines Tageseine Anzahl Sbirrcn wieder vor seinem Pnlnste erschienen und

st Schreiben an den Grafen Harrach vom 4. August, 8. September1601 »nd 29. Januar 1692, Rom.