erwähnten Schreiben Venn 23. Juli, daß der Hvf in diesen Dingenäußerst schwierig sei, wenn man nicht mit vollem Ernste auftrete;er rathc ihm daher geradezu, seine Entlassung einzureichen. DerKaiser gedenke nicht, sich seiner Dienste zu entledigen, sondern injedem Falle ihn so lange an seinem Posten zu lassen, bis dasnächste Conclavc beendigt sei. Zu diesem aber wollte der Fürstsich nicht entschließen. Er blieb denn auch und ging selbst nichtdarauf ein, als Graf Kaunitz ihm den Botschafterpostcn in Ve-nedig in Aussicht stellte, wodurch er bald in das Ministeriumeintreten könne. Dein Grafen Maximilian Thurm dankte er')für seinen guten Rath, von dein er jedoch keinen Gebrauchmachen wolle, da der Kaiser dringend sein Bleiben verlange unddie Umstände sehr schwierig seien, und für einen Neuling nochinsbesondere, indem der Papst jeden Tag sterben könne; er wolledaher lieber in seinein Dienste fortfahren und seine Ausgabeneinschränken.
Der Kaiser bezeigte ihm zum Ocfteren seine Zufriedenheitund erfüllte ihm seinen Wunsch, indem er ihn im Anfange desJahres 1691 zum Botschafter ernannte. Der Fürst hatte diesenerhöhten Rang für nöthig gehalten, um damit bei dem Conclaveden Gesandten von Spanien und Frankreich gleichzustehen. Mitdem Botschafterpostcn war zugleich sein Gehalt auf monatlich2006 Gulden erhöht worden. Dadurch war aber sein Aufenthaltin Rom auf das Unbestimmte verlängert, was er um seinereigenen Angelegenheiten wegen beklagt, namentlich auch um derHerrschaft Rumburg willen, die eben erst durch seine Bemühungenaus der Misvre sich erhebe2).
Seine Ernennung zum Botschafter fiel in die Zeit, alsnach dem Tode Alexanders VIII. (gestorben am 1. Februar 1691)das Conclavc für seinen Nachfolger stattfand. Der Fürst Anton
tz Schreiben an denselben vom ?. September 1690, Rom.si Schreiben an seinen Schwiegervater Grafen Thun vom 0. April1k9l, Nonn