Druckschrift 
3 (1895) Ost. 1611 - Mich. 1694
Entstehung
Seite
V
Einzelbild herunterladen
 

V

Zuständen (vei'gl. das zum 513. Rektorat, S. 263/4, gesagte) gar nicht einmalschätzungsweise festzustellenden Einfluss gehabt. Weit schwerer fallen andereVerhältnisse ins Gewicht, namentlich die Säumigkeit hei der Besetzung erledigterLehrstühle, und zwar von Seiten aller dabei in Betracht kommenden Faktoren.So starb 1654 die ordnungsgemäss aus drei Mitgliedern bestehende medicinischeFakultät auf ein Jahr ganz aus, die philosophische Fakultät ist zeitweise auf 3,um 1690 sogar auf 2 ordentliche Mitglieder redimiert, ja selbst die theologischeFakultät steht vom 6. Februar 1686 5. November 1687 nur auf zwei Augen.Dass darunter die Universität schwer leiden musste, ist klar und die häufigenund erbitterten Streitigkeiten mit dem Rathe der Stadt wegen der Jurisdiktionmussten wenigstens zeitweilig sehr störend einwirken. Bei alledem behält Rostockseine alte Anziehungskraft; Dänen, Schweden und Tnvlander bleiben ihm in ge-gewohnter Weise treu, wie überhaupt die Zusammensetzung der Studentenschaftnach der Herkunft auch im Verhältniss ziemlich dieselbe bleibt wie in der zweitenHälfte des 16. Jahrhunderts. Allerdings sind fürstliche Prinzen gar nicht, Grafenund Reichsfreiherren nur spärlich vertreten, desto häufiger aber erscheint jetztder Landadel Norddeutschlands unter der Zahl der Studierenden.

Die Zahl der in diesem Bande verzeichneten Immatrikulationen beläuft, sichauf 14671, eine sehr stattliche Zahl, mögen auch infolge ungenauer Eintragungeneinzelne Namen doppelt gezählt sein, was leicht vorkommen kann, da es in diesemJahrhundert üblich wird, bei längerem Aufenthalt die Matrikel von Zeit zu Zeit(meistens nach fünf Jahren oder nach längerer Abwesenheit) zu erneuern. Anfangswurde dies in der Regel durch eine einfache Randbemerkung bei der erstenImmatrikulation bestätigt, später aber wurde bestimmt, dass die Renovantengleich den Neuaufgenommenen eingetragen werden sollten. Um möglichst sicherzu gehen, sind alle, die als solche mit Sicherheit zu erkennen waren, von derZählung ausgeschlossen worden, wodurch sich die häufige Differenz der Rand-zählung mit der angegebenen Semestersumme erklärt. Die Gesammtzahl der von

o O o

Michaelis 1419 bis Michaelis 1694 Immatrikulierten beträgt 41757. Magister-promotionen fanden in diesen 550 Semestern 1660 statt, Receptionen auswärtspromovierter Magister 257. Die allerdings erst im letzten Drittel des 16. Jahr-hunderts beginnenden Listen der anderen Fakultäten verzeichnen bis Mich. 169446 Doktoren, 33 Licentiaten der Theologie, 146 Doktoren, 29 Licentiaten derRechte und 50 Doktoren, 6 Licentiaten der Medieni. Diese Zahlen legen eineTergleichuug mit anderen deutschen Universitäten nahe; von den bisher ver-öffentlichten Matrikeln besitzen die von Heidelberg und Greifswald eine bequembenutzbare Zählung, die von Köln und Tübingen kommen nur für einen Zeitraumvon 46 und 68 Jahren in Betracht, der ohiie erhebliche Mühe zu zählen war. DasResultat ist in allen Fällen für Rostock durchaus günstig zu nennen. Es zählen

b) von da bis Michaelis 17G0 werden noch 5641 eingeschrieben, im Ganzen enthält demnach die alte Matrikol47 398 Immatrikulationen.