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3 (1895) Ost. 1611 - Mich. 1694
Entstehung
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Angelegt ist das Buch von M. Nathan Chytraeus, Dekan der Fakultät imSommer 1569. Mit diesem Jahre beginnen auch auf S. 119 die regelmässigen,bis 1735 reichenden Eintragungen, doch ist S. 113/14 die Abrechnung vomSommer 1567 nachgeholt. Was sich hierin an Ergänzungen zu A und B fand,ist mit der Bezeichnung C.) an seiner Stelle eingefügt; die in die Jahre 15691611fallenden Zusätze sind unter die Nachträge und Berichtigungen aufgenommen.Das Buch erhielt später einen neuen Einband von weissem Schweinsleder und sokonnte es kommen, dass im Winter 1693/4 der Dekan M. Ioachim Lindemannin dasselbe Buch eintrug:Librum viridem, cuius saepe fit mentio, sihi nunquamvisum, monendum hoc loco censuit."

Der Aufschwung, den die Universität etwa von 1580 an genommen hatteund der sich in den stetig wachsenden Immatrikulationszahlen ausspricht, dauertan und erreicht im Sommer 1626 mit 256 Immatrikulierten den höchsten Punkt, aum dann in wenigen Semestern zurückzugehen bis auf 17 im Winter 1630/31, woWallensteins Hand schwer auf der Stadt lag. Am 6. Okt. 1631 wurde Rostockvon den Kaiserlichen geräumt und blieb fortan von direkten Kriegeslasten ver-schont, während das ganze umliegende Land die schrecklichsten Drangsale auszu-stellen hatte. Diese verhältnissmässige Sicherheit und der alte Ruf der Hochschulezog die studierende Jugend von weit und breit an und schon im Sommer 1632betrug die Zahl der Immatrikulierten 292, im Sommer 1633 sogar 303. DieseZahlen sind freilich nie wieder erreicht worden, aber bis 1657 hin hält sich derjährliche Zugang zwischen zwei- und dreihundert, bis dann neue Kriegswirrenwiederum einen Rückgang bewirkten, der langsam zwar und durch kürzerePerioden der Hebung verzögert, doch im Ganzen fortschreitend bis zum Endedes hier vorgeführten Zeitraums und darüber hinaus nach einigen hoffnung-erweckenden Jahren von 1710 ab bis zum Sommer 1760, wo nur 14 Studierendeneu eingetragen werden konnten, fortdauert.

Neben den kurz angedeuteten äusseren Einwirkungen kommen auch nochandere Verhältnisse in Betracht. Am wenigsten vielleicht die Begründung derUniversitäten Rinteln (1621) und Kiel (1665). Yon einem Einflüsse Rintelns,das ja auch nie besondere Bedeutung erlangt hat, ist keine Spur zu merken, aberauch die Universität Kiel, die gleich bei ihrer Eröffnung Rostock drei seinertüchtigsten Kräfte entzog, scheint, was die Zahl der hier studierenden Schleswig-Holsteiner betrifft, nicht viel Eintrag gethan zu haben. Wo die Väter und Grossväterstudiert hatten, da gingen auch die Enkel und Urenkel wieder hin vielleicht,dass sie nicht so lange mehr verweilten und den späteren Theil ihrer Studienzeitin ihrer jetzigen Ileimathsuniversität zubrachten. Auch das grosse Brandunglück,das am 11. und 12. August 1677 die halbe Stadt in Schutt und Asche legte, hatnur augenblicklichen, hei den sonst noch gerade herrschenden unerquicklichen

a ) Die im Sommer 1443 verzeichnete Zahl von 278 ist nicht als Zuwachs-, sondern als Präsonzziffer anzus ehen.