IV
in Lüneburg', 1516 Hans Taussen, einer der Reformatoren Dänemarks (MagisterW.-S. 1519/20), 1517 Nikolaus Hovescli (Decius), der Dichter des Liedes „AlleinGott in der Höh sei Ehr", 1518 Joachim Slüter, der Reformator Rostocks, 1521Stephan Kempe, der Reformator Hamburgs. Bis Michaelis 1522 hält sich die Zahlder jährlichen Einschreibungen, die 1517 200 erreicht hatte, noch immer auf 130,um dann allerdings ganz reissend abzunehmen, bis im W.-S. 1526/27 gar keinZuwachs zu verzeichnen ist. Schon früh bat man versucht, diese Erscheinungdurch die Anziehungskraft Wittenbergs zu erklären, und so berichtet AndreasWeslingius in seinem Leichenprogramm auf Arnold Burenius vom 17. Aug. 1566,dass die durch die Pest von 1518 [1519] zerstreute studierende Jugend sich zumTheilnach Wittenberg zu Luther, zum Theil nach Frankfurt zu dessen Gegner Wimpinabegeben und daher die Yerödung der Hochschule ihren Ursprung genommen habe.Zwölf Jahre nachher wiederholt Nathan Chytraeus in seiner Oratio de ArnoldoBurenio diese Behauptung fast mit denselben Worten, und trotzdem scheint, sie,wenigstens was die Mecklenburger anbetrifft, nur mit sehr grossen Einschränkungenrichtig zu sein, da nach Ausweis der Matrikeln in Frankfurt von 1518 bis 1521allerdings 10, von da ab bis 1536 aber gar keine Mecklenburger studierten, wäh-rend in Wittenberg in denselben 18 Jahren auch nicht mehr als 28 verzeichnetsind. Von weit grösserem Einfluss ist wohl die von Rektor und Concil in einemBericht vom 24. April 1530 festgestellte Thatsache, dass bei der herrschendenUnsicherheit in Religionssachen ein grosser Theil der Städte sich bewogen gefühlthabe, die Söhne zu Hause zu behalten und nicht auf die Universität,zu entsenden(Mecklenb. Jahrbücher 16 [1851] S. 193; Schirrmacher, Job. Albrecht I, S. 48),denn wirklich sind von Ostern 1522—1530 selbst in Rostock nur 14 Studierendeaus Rostock und 23 aus dem übrigen Mecklenburg nachzuweisen. Nachdem mitBartold Mollers Tode die päpstliche Richtung ihre Hauptstütze verloren hatte,arbeiteten die Landesherren und der Rath der Stadt mit gleichem Eifer an derHebung der Hochschule. Zwar sind die Rektoren der nächsten 9 Jahre, NikolausLöwe, Peter Boye und Egbert Ikariern, durchaus nicht zu den unbedingten An-hängern der Reformation zu zählen, aber sie standen ihr doch wenigstens nichtfeindlich gegenüber und legten der Überleitung der Universität in andere Bahnenkeine Hindernisse in den Weg. Langsam zwar, aber doch sichtlich hebt sich dieZahl der Studierenden und ergänzt sich der Kreis der Lehrer durch ältere be-währte, wie Pegel, Burenius, Thakel, und durch jüngere rüstige Kräfte. Pegel,dem Avil - schon 1508 als akademischem Lehrer begegnen, bildet das Verbindungs-glied zwischen der alten und der neuen Zeit, und als früherer Lehrer und Erzieherdes Herzogs Magnus, der als Bischof von Schwerin Kanzler der Universität war,steht er zugleich in naher Beziehung zum Herrscherhause; Burenius (ArnoldWerwick oder Warweck aus Büren), College Pegels im Erzieheramte, hatte von1508 bis 1524 im Kreise der Wittenberger Reformatoren gelebt; ihm ist unteranderem nach den Worten Job. Kirchmanns in der Leichenrede auf Jakob Börding(Lübeck 1616, 4 t0 , pag. 31) „[magnus ille Arnoldus Burenius] qui academiaeRostochiensis reliquias ceu tabulas ex ingenti naufragio superstites primus col-