dieser Colmar verlassen, zun: zweiten Mal vor der Stadt, ^ schloß sie eng ein undthat ihr großen Schaden, indem er auf ihrem Gebiet Aecker, Wiesen und Wein-berge verwüstete und raubte, was er bekommen konnte. Doch erreichte er seinenZweck, die darin befindlichen Inden in seine Gewalt zu bekommen, abermals nicht,zog daher ab, verfolgte überhaupt die Inden nicht weiter, ^ wohl weil endlich ^wirksauie Maßregeln gegen solche Gräuel ergriffen wurden."
Unter dem 19. Mai 1338 verbanden sich nämlich zu Colmar BischofBerthold von Straßburg, unser Graf Albrecht von Hohenberg, alskaiserlicher Landvogt im Elsaß (zugleich im Namen der oben genannten 10 Reichs-städte^), Johannes von Hallweiler, östreichischer Vogt im Suntgau, Jo-hans Ulrich vom Haus, östreichischer Vogt zu Ensisheim, Konrad Wer-ner, Abt des Klosters Murbach, endlich die Herren Johans und Anselmvon Rapoltstein zu gemeinsamen Schritten, der Judenverfolgung unter „Arm-leder" ein Ende zu machen und die Hauptführer derselben zu züchtigen. Eswurde dabei besonders folgendes verabredet:
Erhebt sich künftig noch ein Auflauf gegen die Juden von Seiten „Arm-leders" oder seiner Helfer in dem Gebiet eines der Herren oder einer der Städte,so haben zunächst die benachbarten Herren oder Städte, und, wenn diese nicht aus-reichen, sämmtliche Verbündete mit bewaffneter Macht dagegen einzuschreiten. Ent-steht über der Judenverfolgung in einer Stadt Zwiespalt und Auflauf, so hatdie Bürgerschaft sich den Anordnungen und Maßregeln des Mehrtheils vom Rathzu unterwerfen, insbesondere darf keiner der verbündeten Herren und Städte die-jenigen Bürger aufnehmen, welche wegen solchen Auflaufs aus ihrer Stadt aus-gewiesen worden. Stößt in solchem Fall der Rath einer Stadt auf Widerstandvon Seiten der Bürgerschaft, so sollen die verbündeten Herren und Städte densel-
> Nach der Straßburger Chr. a. a. O. „sametent (die obgenaiinten zwei Edelleute), einmichel (groß) Volke, mit den besoszent sü Kolmar nun hieschent die Juden herus, unn woltentsü han verderbet." —
Die „dsytas Instorioao argsutinsusos" (a. a. O.) sagen, Emich (s. oben) habe mit Zimber-lin Colmar belagert.
2 voll. Vitv6. sagt S. 129.
Die Majestät von König Armleders Namen seye endlich wieder in ein Nichts zurückgesunkenund er selbst spurlos verschwunden. So schnell war übrigens nach der vergeblichen Belagerungvon Colmar die Judenverfolgung nicht zu Boden geschlagen. S. sogleich unten.
Z Will man sich wundern, daß diesem Treiben so lange nicht Einhalt gethan worden, soist zu bedenken, daß solches nicht so leicht war, denn „Armleder" hatte an dem Landvolk undden unteren Klassen der Städter eine bedeutende Stütze; ja es reichte der Judenhaß bis in diehöchsten Schichten der Gesellschaft, (s. oben Note).
1 Der Straßb. Chr. zufolge zogen die Judenversolger von Colmar ab, weil die von Straß-bnrg beschloßen, gegen sie auszuziehen.
2 Weißenburg wird nicht genannt; dagegen werden als Verbündete noch aufgeführt:Straß bürg, Breisach und Neuenbürg.