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L. Veräußerungen Ulberts II.
Bei der hervorragenden Stellung, welche Graf Albert eingenommen, und dievon ihm eine entsprechende Repräsentation verlangte; bei der großen Thätigkeit,die er in Neichsangelegenheiten, welche ihn bald da-, bald dorthin riefen, entwickelte,endlich bei dem bedeutenden Aufwände für Ausstattung von 2 Söhnen und 6 Töch-tern i muß man sich gegenüber von andern seiner Standes- und Zeitgenossen nurwundern, daß er nicht zu mehreren und nachtheiligeren Veräußerungen schreitenmußte. — Die erste Veräußerung, welche von ihm bekannt ist, ergab dagegen fürihn und seine, Familie eine naheliegende, schöne Einkommensquelle.
Laut Urkunde K. Rudolfs vom 22. Sept. 1285 2 verkaufte Albert an diesenund das Reich seine Burg Neuenbürg, ^ die er von dem edlen Manne Ber-thold von Reifen gekauft hatte, und die Hälfte der Burg Kirchberg für919 Mark Silber Notweiler Gewichts. Da es aber dein Könige an baaren Mit-teln fehlte, den Kaufschilling zu bezahlen, verpfändete er Albert und dessen Erbenauf so lange, bis derselbe von ihm oder seinen Nachfolgern entrichtet sepn würde,die Einkünfte des Schnltheißenamts der Reichsstadt Rotweil, die Mühlen und einenHof daselbst mit den Zinsen und allen Zngehörnngen des genannten Amtes, denZoll, die Münze, die Fischgerechtigkeiten und das Kornhaus, nebst jährlichen56 Mark Silber von der Stadtsteuer, ^ wovon die eine Hälfte au Michaelis, dieandere an Aschermittwoch zu entrichten, endlich die Einkünfte des Dorfes Epsen-dorf (O.A. Oberndorf). Wegen der ersprieslichen Dienste, welche Albertdein Könige und Reiche bereits geleistet und noch weiter zu leisten im Standewar, ließ K. Rudolf überdies die für denselben günstige Bestimmung in den Kauf-brief aufnehmen, daß die zur Zeit der Bezahlung des Kaufschillings bereits be-zogenen Einkünfte nicht in Abzug gebracht werde,: dürfen. —
Im Jahr 1293 veräußerte Graf Albert Besitzungen und Rechte im Breis-gan, die allerdings von seiner Grafschaft in Schwaben etwas weit ablagen. Erverkaufte laut Urkunde vom 13. März des genannten Jahres 2 um 1920 MarkSilber, Freiburger Gewichts, anBurkard den Turner, Bürger dieser Stadt,für ein freies Eigen die Burg und „Herschaft" Wisneck im Zartenthal im
' Laut Urkunde seines Sohnes Rudolf I. v. 25. Sept. 1310 Haigerloch verkaufte GrafAlbert „von ains zngeltes (Mitgift) wegen" Hellergilten von f. Hofen zn Bietenhausen(O.-A. Haigerloch) um lg Mark Silber an Hugen von Wer st ein. S. auch S. 38.
2 S, Urkd.-Buch. Abgedruckt, aber nicht vollständig, in Hugo, Mediatisirung der deut-schen Reichsstädte, S. 3l>8.
2 Laut Urkunde vom 11. Nov. 1307 (s. unten bei Werts Sohne Rudolf» Neuenbürg(bei Pforzheim).
4 Später (s. zu 24. Juni 1348) werden unter den an Hohenberg verpfändeten Reichs-Einkunften von Rvtweil noch ferner genannt: „das vngelt, Hofstatzinse, die zinse vonallen benken".
2 S. im Urkd.-Buch zu diesem Jahr und Tag.