Gcschicht dcr Burg Hcmstcin.
tritt man in einen Thurm, deren steinerne Windeltrcppe größtenthcilsverwüstet ist; ebendaselbst befindet sich der Eingang zu den Kellernund Gewölben,
Alles übrige ist weniger bedeutend, als ein noch ganz guterhaltener 80 Fuß hoher Thurm, zu welchem man durch eine Thürezur rechten Hand gelangt. In denselben befindet sich noch ganzoben ein runder kleiner Raum, mit einer starken eichenen Thür, daswohl sonst zum Gefängniß gebraucht worden, wie ein klein Thürchenin der großen Thüre beweist, wodurch dem Gefangenen das Essengereicht worden. Das Volk nennt diese Kammer die Herenkain-nrer. Aus dcr Höhe dieses Thurms, den man noch leicht ersteigenkann, genießt man eine ausgedehnte Aussicht, nach Osten auf dennahen Höhebcrg; mehr südlich zum Hülfcnsbcrg, weiter hin zu denblauen Höhen des Thüringer Waldes; man sieht den Jnselberg, denSchneekopf und den Beerbcrg. Gegen Süden flimmert zwischenBergen die Werra einige Mal hervor, zeigt sich der graue Rückendes Mcißncrs, die Trümmer der Boineburg. Gegen Abend glänztwieder die Werra, man sieht den Ludwigstein und mehrere hessischeDörfer. Gegen Norden erschaut man mehr als zwanzig Dörfer,die Thürme von Gottingcn, die Ruine des Schlosses Plcsse, die Ge-mäuer der beiden Gleichen, und den Brocken, Weiter rechts denNüstebcrg, und vor uns Bornhagcn, mit seinen sieben Ansitzen dcrFamilie Hanstein.
Urk. B. 140. (29. Orig.)
(0. Juni.) 1363. Heiligenstadt Dienstag nach sante Bonifacien-
Dcr Erzbischof Ger lach von Mainz bestätigt den zwischendem Erzb. Peter und den Gebrüdern Heinrich dem ältern undLippold von Haustein über die Burg Hanstein zu Fritzlar amFranziskus-Tage 1308 geschlossenen Vertrag, den Erben derselbenThilo und Heinrich, Gebr., Heinrich der Junge, Lippold,Burkhard und Heinrich, Heinrichs Söhne, und Werner,Hauses Sohn, als Burgmannen und wegen dcr versprochenen 10und 100 Mark löthigcn Silbers.