Druckschrift 
1 (1856)
Entstehung
Seite
53
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Geschichte der Burg Haustein.

SS

Noch manche Reparaturen, Erweiterungen und Verbesserungenmögen im Laufe von fünf Jahrhunderten nöthig geworden seyn,worüber sich keine Nachrichten erhalten haben. Aber es zeigt vonder Festigkeit und Zweckmäßigkeit des Baues, welchen die BrüderHeinrich und Lippold aufführten, daß in dieser langen Zeitdie Grundform unverändert geblieben ist, und daß eben deshalbder Haust ein jetzt noch zu den schönsten und wohl crhaltcustcnRitterburgen Deutschlands, die wir in ihren Trümmern bewundern,gehört. Von Hauptrcparatureu fallen die meisten, von denen wirNachricht haben, in das 17. Jahrhundert, namentlich nach dem30jährigen Kriege. Aber schon im Jahr 1608 (Urk. B. 527)schließen Heinrich von Haustein und Christian von Hau-stein (der letztere wird darin Herr, also Ritter genannt) mitdem Maucrmcistcr Peter Fleischhut zu Neumorschen einen Con-tract, das eingefallene Stück, "so am Hause Haustein", von Grundauf wieder zu ergänzen. Es sollte zu dem Ende eine Schnur vondem Thor her eingezogen, das Mauerwerk neu aufgeführt, in derKüche ein Doppelfenster und in jederWanderung" ein Fenster oderzwei gleicher Höhe und Breite verfertigt werden. Dem Meisterwerden 80 Thlr. versprochen.

Wie ansehnlich dieser Bau am Hausteine war, stehet mandaraus, daß über 42 Wagen das nöthige Bauholz, 48 Wagendie nöthigen Steine (Stückstcine", also große ganze Stcinblöcke),ohngefähr 24 Wagen den nöthigen Kalk, eben so viele den Sand,den Lehm und das Wasser (zum Kalklöschen) herbeiführten, ohnedie Fuhren, welche die Rüstbäume, Leitern, Bretter u. f. w. herbei-schafften. Die Kalksteine wurden aus der sogenannten Stcin-kautc vom Rorichsbergc, die "Worgesteckcn" vom Jberge, Bau-steine ,/aus dem Holtzc" (vom Höhbergc?), die Rüstebäumeaus Caspar und aus Hcnrichs von Holtze, Bretter (Buchenholz)aus dem Norichsberge, wo sie geschnitten werden über Birkenfeldher, Eichcnstämme endlich aus den beiden schon genannten vonHaustein. Wäldern geholt.

Dieser Bau begann übrigens mit dem 8. April 1603 unddie Fuhren wegen Hcrbeischaffung des nöthigen Materials dauertenfast täglich fort bis 22. Juli desselben Jahrs.