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Geschichte des Eichsfcldcs.
tüchtig erklären müsse; übrigens st/ die Auswandrung jedem frei. —Bei allen diesen Vorkehrungen wurde es dennoch den Jesuiten nichtleicht, die verlorenen Schäflcin wieder zu sammeln und in den Pfirchder alleinseligmachenden Kirche zu treiben; sie klagen selbst in ihrenBerichten, daß sie nur eine scheinbare und äußerliche Unterwerfunghätten erzwingen können, und mau wird mit Achtung gegen dieRitterschaft erfüllt, welche bei so vielen Lockungen standhaft, bei sovielen Gefahren unerschütterlich, und bei den immer wiederkehrendenVcrationcn nicht müde wurde, für ihren Glauben ritterlich zu käm-pfen und zu retten, was noch zu retten war. Auch die Städtezeigten sich muthig, namentlich Duderstadt, das sich erst dann unter-warf und seine Kirchen dem Katholischen Cultus öffnete, als manseine Nahrungsquclle, die Vierbrauerrci, ihm abschnitt. Es bestä-tigte sich übrigens auf dem Eichsfeldc die Erfahrung, die man anandern Orten gemacht hat, daß die folgende Generation unter jesui-tischer Leitung, nicht blos keine Zuneigung zur protestantischen Kirchemehr äußerte, sondern sogar mit einem unverkennbaren Haß gegendieselbe erfüllt wurde, und daß sie, eifriger als ihre Vorfahren inErfüllung der Glaubenspflichtcn und des Ceremonicndienstes, sehrhäufig die gewerbliche Thätigkeit ihrer Liebe zu Prozessionen undWallfahrten aufopferte und dadurch in eine gewisse Trägheit ver-fiel, welche die häuslichen Pflichten vernachlässigt, während sie demHeiligendicnst nachgeht. — Ucbrigenö waren die Jesuiten, nachdemihr Hauptzweck, Wiedergewinnung des Landes für die alleinigekatholische Kirche erreicht war, klug genug, sich ihren protestantischenNachbarn in Hessen, Thüringen und Hannover von der vortheil-haftcften Seite zu zeigen und in ihrem Gymnasium sah man daheroft Jünglinge protestantischer Eltern unter ihrer, von dem starrenPedantismus der damaligen Schulen sehr abweichenden Leitung sichden Wissenschaften widmen. Selbst in dem dreißigjährigen Kriegeempfingen sie von feindlichen Heerführern viele Beweise der Achtungund der Schonung. —
Daß dieser unselige Religionskrieg unendlich viel Elendüber dieses Land bringen mußte, das gleichsam die Heerstraße vomMain zur Weser und Elbe bildete, läßt sich ohne Beweis annehmen.Es mußte sogar einmal seinen Herrn wechseln, indem es Herzog