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1 (1856)
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Geschichte des Eichsscldes.

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winnen, brachten das ganze Eichsfeld in den Ruf, ein durchausunfruchtbares Land zu seyn. Dem ist aber nicht so. AusgezeichneteFclvflnren, schöne Wiesen, herrliche Waldflächen verrathen im Gan-zen einen dankbaren Boden, welcher die Arbeit reichlich belohnt.Im Mittelaltcr weiß man nichts von dieser trostlosen Armuth.Reiche Grafcngcschlechtcr mit zahlreichen Burgen, Dörfern undHöfen, Abteien und Klöster mit ansehnlichen Grunddesitz, eine starkeund wohlhabende Bevölkerung, das ists, was sich in dieser Zeitunsern Blicken darstellt. Wenn man daher die sprichwörtlich ge-wordene Armuth des Eichsfeldes nicht blos auf einzelne, in jedemLande vorkommende Bezirke einschränkt, sondern über die sämmt-lichen Bewohner ausdehnt, so kann sie nur im 17. und 18. Jahr-hundert angenommen werden und ist alsdann vorzugsweise eineFolge der jesuitischen Reaction, seit 1574, welche hier, wie überall,wo sie gehandhabt wurde, sey es in Deutschland, oder in Mexico,den Einwohner zum stumpfsinnigen und eben deshalb zum trägenThicrlcbcn erzog, damit der Sieg der Kirche um so sicherer sey,wobei jedoch nicht geläugnet werden soll, daß auch andere, nichtminder nachhaltige Ursachen in den bezeichneten Jahrhunderten zurVerarmung mitwirkten. Dazu gehört die schonungslose Behand-lung dieses isolirten Stiftslandes im dreißig- und siebenjährigenKriege; die Verminderung der freien Colonen und Meyer und ihrHerabsinken in den Stand der Unfreien, die unter der Last der ge-steigerten Frohndicnste, Grundzinsen, Zehnten, Lchnsgefälle fasterlagen- Freie Bauerngüter, wie in Westphalcn sich noch vorfinden,waren durch das heillose Zerschlagen und Zertheilen verschwundenund die zahlreichen adligen Güter hatten neben und unter sich mei-stens Tagelöhner-Familien ohne hinlänglichen Grundbesitz. JenesZerschlagen der Güter nach der Zahl der erbberechtigten Kinderwar auf dem Eichsfclde so epidemisch geworden, daß auch die ad-ligen Familien sich dessen nicht enthielten und so der Verarmung

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*) Im 18. Jahrh, war der Landmann aus dem Eichsfelde hinter seinen pro-testantischen Nachbarn sehr zurück. Erst ums Jahr 17301740 machteein Bürger zu Heiligenstadt den ersten Versuch mit dem Kartoffelbau.Wolf. Geschichte von Heiligenst. S. 134.