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1 (1856)
Entstehung
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Geschichte des EichsfeldcS.

nördlichen Seite sich hinziehende, durch Ausläufer des Harzes viel-fach unterbrochene Thal bildet die Wasserscheide zwischen Elbe undWeser, indem von den beiden in ihm entspringenden Flüssen, Leineunv Wipp er, der erstere sein Wasser der Weser, der letztere derElbe zuführt. Der zweite Hauptgebirgszug folgt dem Laufe derWcrra, ist reich an malerischen Ansichten und zeigt überall die vul-kanische Natur, indem der Basalt hin und wieder durch ungeheureSandsteinlagcr durchgebrochen ist, oder diese bis zur schwindelndenHöhe gehoben hat, so daß der Anwohner, die unterirdische Kraft,die sie erhob, ahnend, in solchen aufgethürmtcn Fclsenmafsen nurWerke des Teufels erblickt und sie als dessen Kanzeln oderMauern bezeichnet. Einzelne Kuppen erheben sich zu der beträcht-lichen Hohe des Meisncrs und ein beträchtlicher Theil im Hansteini-schcn Gericht, vom Hanstein bis über Allcndorf hinaus, verdanktdiesem Umstände seinen Namen: Höhbcrg. Mehrere, vomHauptgcbirg getrennte Kuppen tragen noch ganz den Charactererloschener Vulcane an sich und unter ihnen zeichnen sich zwei, inder Hanstcinischcn Geschichte bcachtungswcrthe Bergkegel aus; derüber alle seine Brüder weit hervorragende Rüsteberg an derNordscite, und der Staufenberg an der Südseite der Hansteini-schen Besitzungen. Ersterer war das alte Zeug- und Schutzhausder Mainzischcn Obcrherrn, stets gerüstet zum Angriff und zurAbwehr; letzterer erhob sich zur Würde eines christlichen Hciligthumsund Wallfahrtsortes, nachdem er wahrscheinlich viele Jahrhundertehindurch die geheiligte Stätte eines altgermanischcn Cultus gewesenwar. Die Menge der Gläubigen, welche auf seiner Höhe dieHülfe der Heiligen suchte, gab ihm chen Namen Gehülfcns-berg, Hülfsberg.

Man war vor nicht langer Zeit gewohnt, das Eichsfeld alsein von der Natur höchst stiefmütterlich behandeltes Land und alsden Wohnsitz der Armuth und der Dürftigkeit zu betrachten. Inder That gewährt auch ein Theil des oberen Eichsfeldes, am Dünund am Höhbcrge, keinen sehr erfreulichen Anblick, und die Schaarcndürftiger Landleutc, welche mit Weib und Kind die benachbartenLänder durchzogen, um durch Wollkämmen und andere Dienst-leistungen auf den Bauernhöfen einen spärlichen Unterhalt zu ge-