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Würde jeder Mensch vor der Ausführung seiner Handlungen erst das Bildseines würdigen und treuen Vaters oder Vorfahren sich in seinem Geist vergegen-wärtigen; ja gewiß viel Unheil würde weniger verübt werden. —
So wie wir aus der Handlungsweise, Lebensart und Gewohnheit unserer Vor-fahren die Sitten und Gebräuche der dazumaligen Zeitperiode ausgedrückt finden:so haben wir auch zugleicht einen Theil der Cultur- und Völkergeschichte der dama-ligen Zeit kennen gelernt.
Lesen wir nun viele Beschreibungen von einzelnen Familien der Vorzeit; sohaben wir die Geschichte; und wie wichtig das Studium der Geschichte für Gegen-wart und Zukunft ist; der großen Lehrerin alles Vergangenen und Zukünftigen,weiß Jeder.
Mag es daher auch nicht als zeitgemäß angesehen werden, die alten Bilder der »Vorfahren hcrvorzusuchen und der Gegenwart vorzuhalten; so denke ich: wenn Gottnur mit uns ist, wer kann dann gegen uns sein?
Wer geht nicht mit heiliger Ehrfurcht in die hohen Säulen-Gemächer, wo dieBilder von Regenten und großen Männern vergangener Zeiten auf uns hernicder-sehen? Gebe Gott, daß ihre ernsten Mienen aus ihren goldnen Rahmen stets aufuns mit Zufriedenheit hcrabblicken.
Wir lernen die Geschichte vergangener Zeiten nicht nur aus auf uns überge-gangenen Nachrichten, sondern auch aus vorhandenen Monumenten, Denkmälernund Bildern und deren Attributen, in welchen wir z. B. die streng ceremonielle undsteife Etiquette, bald den frommen kirchlichen Sinn, bald Häuslichkeit, bald inUniformen und Attributen die Liebe zu ihren Regenten und zu ihren Ämtern aus-gedrückt finden.
Giebt uns dieses nicht auch einen klaren Aufschluß der verschiedenen Zeit-pcrioden?
Wie jedes Volk, so hat auch jede Familie, jedes Geschlecht seinen eigenthüm-lichen Character, und ich möchte in der Familie von Ketelhodt beinahe als vorherr-schenden Characterzug eine gewisse Pietät, Gottvertrauen und Ergebenheit erblicken.
Von der frühesten Zeit an finden wir Ketelhodte, die zu den größten unduneigennützigsten Opfern gern bereit waren, keine Gefahr scheueten, und oft daseigene Wohl ihrer Familien dabei vergaßen. Auch in kirchlicher Beziehung findenwir Beispiele von der frühesten Zeit an, welche ihren frommen Sinn bethätigen;eine Menge Kirchen wurden von ihnen erbaut, die noch jetzt an ihrem eigenthüm-lichen Thurmbau kenntlich sind. Dotationen, ja Güter wurden an Kirchengegeben und Stiftungen zum Besten der Kirche, der Geistlichkeit und Schulen