Der Geist ist geweckt, und man sieht es den Kindern an,daß sie sich unter der, wenn auch strengen, doch väter-lichen Zucht ihres treuen und sorgsamen HausvatersEckart und der liebevollen Pflege ihrer Hausmutter Wohl-befinden. In ihren Fortschritten des Unterrichts stehensie mit den Schülern einer guten Landschule, wie einePrüfung im Katechismus und in der biblischen Geschichte,sowie Einsicht ihrer Schrcibebücher und eine Probe imGesänge ergab, so ziemlich ans einer Stufe.
Das Bcdürfniß und der Segen dieser Anstalt fürunsere Prignitz ist nicht zu verkennen. Nach den erstenbedeutenden Opfern, die der Vorstand, namentlich derHerr Major von Rohr, in pekuniärer Hinsicht zurGründung und ersten Einrichtung in höchst dankenswertherWeise gebracht hat, ist das Bestehen und die so wünschens-werthe Erweiterung der Anstalt von der Wohlthätigkeitder beiden Prignitzer Kreise abhängig. Der Herr wollemehr und mehr Herz und Hand ihrer Bewohner einerAnstalt zuwenden, die für manche sonst verlorene Seelenoch eine Rettung werden kann.
Pritzwalk, den 5. Januar 1857.
Der SuperintendentHeyer.
Dieses Zeugniß, welches auch in den Jahresberichtdes Hauses aufgenommen wurde, war auch für mich inso-fern von Wichtigkeit, als es das erste Urthcil über meineFähigkeit von einer Behörde war und mir einigermaßenmeine große Schüchternheit und Blödigkeit benahm, die mirbis anf den heutigen Tag als ein Pfahl ins Fleisch ge-geben ist, und die mich auch abgehalten hat eine Prüfungvor der Behörde abzumachen. Ich war dadurch dochwenigstens vor Angriffen der die Nettungshanssache ver-kleinernden und verachtenden Personen geschützt.
Im Frühjahr 1858 suchte uns Golt mit Krankheitheim. Erst erkrankte einer unserer Zöglinge an einerLungenentzündung, so daß wir kaum glaubten, daß er mitdem Leben davon käme. Kaum war er genesen, so erkrankte