80 Thaler belief. Meine Eltern sollten für Kleidung,Wäsche und Bücher sorgen. Nun hatte aber der damaligeSuperintendent Hahn in Blcichcrvde im Sin», daselbst einePräparandcnanstalt für das Seminar in Erfnrt zu gründenund sollte dieselbe mit meinem Eintritt beginnen. Nunschlug ich's aber ab und weiß ja auch nicht, wofür es gutwar. Nachher erfuhr ich nur, daß die Anstalt zwareröffnet wurde, aber doch aus Mangel an Theilnahme baldwieder einging.
In den Jahren l846 bis 1849, an drei Jahre, warich Arbeiter in der Weinhandlnng von Hermann Grote,welche in Bremen und Nordhanscn ihre Niederlage hatte.Das waren Wcltlcntc und ich wurde ganz mit verweltlicht.Abends ging ich zu meinen Eltern und Morgens wiederins Geschäft. Den ganzen Wochenlohn gab ich meinenEltern, die mir dafür Kost und etwas mit zur Kleidunggaben. Anfangs gefiel mir die Sache ganz gut, aber ichhabe doch mehr Schaden als Nutzen für meine Seele ge-habt ; ich mußte oft den Sonntag dort verbringen, versäumteden Gottesdienst, ging nicht zum heiligen Abendmahl undverlor mich im Wcltwcsen und Treiben und fand doch nichtim geringsten das Ziel, wonach ich mich sehnte.
Diese drei Jahre waren ganz dazu angethan, mich zueinem völligen Weltkinde zu machen, zumal auch die Zeit-begebcnheiten ganz dazu paßten. Es entstand damals inmeiner Vaterstadt die freie Gemeinde, wodurch Taufendeden Glauben verleugneten. In dem Hause, wo ich arbeitete,wohnte der Vorstand dieser Abtrünnigen und mein Herrwar ein Freimaurer, der auch die Kirche nie besuchte,wenigstens habe ich's nie gesehen. Dazu kam nun nochdas Treiben der revolutionären Partei mit ihrem tollenWesen, wodurch manches Herz bedrückt und irregeführtwurde. Ach, es war eine böse Zeit, und nur dieaußerordentliche barmherzige Hand Gottes hielt michund gab mir einen andern Sinn, daß ich nichtmit unterging und in dasselbe unordentliche Wesenlief. —