Großeltern wurden durch die Geburt meines Schwestcr-sohnes Carl. Am 19. November konnte ich ihnen schreiben,daß ich mich verlobt hatte, und der Schluß dieses Jahresbrachte für sie die freudige Nachricht von meiner Hochzeitam 27. December, wobei sie leider, wegen der großenEntfernung, nicht zugegen sein konnten, aber uns ihrenElternsegen herzlich wünschten.
Das Jahr 1855 brachte nach Gottes Rathschluß einenherben Verlust durch den Tod meiner Schwester Friederike.Von Fastnacht an wurde sie bettlägerig krank und dasdauerte bis zum 28. Juni, wo sie starb. Sie war einstilles, fleißiges Mädchen und der Mutter Liebling, die mitgroßem Schmerz sie sterben sah. Der treue Gott schenkteihr nach vielen Schmerzen einen ruhigen und sanften Tod.Ihre lange Krankheit, sie starb an der Auszehrung, ver-ursachte meinen Eltern viel Unkosten und sie hatten zuthnn, um durchzukommen. Im Herbste dieses Jahres be-suchte mich mein Schwager Albert Werner, von welchemich erfuhr, daß meine lieben Eltern sich wohl befänden.
Am 20. Januar konnte ich meinen Eltern die freudigeNachricht von der Geburt unseres ersten Kindes Wilhelmineschreiben und einige Tage hernach schickte mir Vater seinfast lebensgroßes Brustbild, worüber ich eine große Freudehatte. Anfangs Juli dieses Jahres 1856 besuchte michmein Bruder August und am 28. desselben Monats wurdenmeine Eltern durch die Geburt meiner SchwcstertochterLouise erfreut.
Am 5. April 1857 hatten meine Eltern die gewünschteFreude, ihr letztes Kind, meinen Bruder Hermann, einge-segnet zu sehen, welcher nach seiner Confirmation zumKupferschmiedemeister Hartwig in Nordhausen in die Lehrekam. Das verursachte meinen Eltern viel Kosten, dochkonnte mein Bruder August nun mithelfen. Er war zumeinen Eltern gezogen und trieb sein Handwerk selbst-ständig, konnte auch meinem Vater beistehen, da derselbekränklich war und ihm besonders das Läuten schwer wurde.Es war nämlich im vorigen Jahre die große Glocke