meistens nur im Svmmer war, so mußten sie schon immerwieder an den Winter denken und da ging es oft knappzu. Aber der treue Gott half immer wieder und schenkteuns, was wir zu des Leibes Nothdurft und Nahrung ge-brauchten, und wir Kinder lernten sparsam sein und aufunsere Sachen achten, und unfern Eltern behilflich sein.Es war daher meinem Vater lieb, als ich am 9. April1843 eingesegnet wurde, denn nun konnte er mich doch mitans Arbeit nehmen, wiewohl ich damals noch ein schwäch-licher Bursche war, aber ich mußte doch meinen Mannstehen und freute mich auch selbst, daß ich nun mithelfenkonnte. Es that aber auch nöthig, denn in diesem Früh-jahr ging es uns besonders knapp und dazu kam nun noch,daß der liebe Gott unsere Familie oermehrte, indem am22. Mai mein jüngster Bruder Hermann geboren wurde.Wir hatten nicht das liebe Brod im Hanse, als der ankam.Aber der wunderbare Gott schaffte auch hier Rath, dennmein Bruder August fand eine Uhr und da sich Niemanddazu meldete, so verkaufte sie mein Vater au den Uhrmacherund die Roth hatte ein Ende, und im Sommer hatte meinVater reichlichen Verdienst und mir wurde es gar herzlichsauer, aber ich that's doch gern. — Zwei Jahre daraufsuchte Gott das Land heim mit einer Thenruug, wie sieseit langer Zeit nicht gewesen war. Im Winter von 1846auf 184? war die Noth besonders groß. Ein ScheffelWeizen kostete 7 Thalcr, ein Scheffel Roggen 5 Thalcr15 Sgr., 1 Scheffel Kartoffeln, die noch dazu kaum zuessen waren, 1 Thalcr 15 Sgr. bis 2 Thaler. Die Bäckerbuken das Brod so klein, daß ein Pfund Schwarzbrod 2Sgr. kostete, und der Hülsenfrüchte, als Bohnen und Erbsen,waren so wenig, daß man Mehl daraus machte und espfundweise verkaufte. Wir brauchten täglich für 15 Sgr.Brod und hatten doch dabei immer tüchtigen Hunger. Ichweiß noch einen Tag, wo meine Mutter die ganze Stadtablief und kein Brod beim Bäcker bekommen konnte, nurbei einem hatte sie noch für 2 Sgr. Semmeln bekommenund das war unser Abendbrod. Zu Mittag gab es entweder
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