mir von dort aus geschrieben am 5. October 1858, daß esihm gut gehe und daß cr in einem der größten Geschäfteder Stadt Arbeit habe, wo er schon fünf Jahre gearbeitethabe.
Seine Mutter hat sich nicht wieder verhcirathet,sondern lebte in unehelichem Verhältnisse mit dem Schmicde-gesellen Christian Bergmann, einem Bruder der vcrwittwcuCarl Schellhob, von dem sie zwei Kinder hatte: Carl,welcher Cigarrenmacher wurde und am 29. Januar 1856an der Auszehrung starb, und Eduard.
Die älteste Tochter Andreas Dreßlers war ineineMutter, Johanne Friederike, geboren in der NeustädterGemeinde zu St. Jacobi am 21. Juni 1797, und nochgetauft von dem alten, ehrwürdigen Pastor Hüpedcn zuSt. Jacobi. Nach ihrer Einsegnung konnte sie nur einigeJahre dienen, mußte dann wegen Kränklichkeit ihrerMutter das Hauswesen führen, bis sie am 10. November1825 meinem Vater als Lebensgefährtin die Hand reichte.Still und eingezogen, fast schüchtern und menschenscheu,wie sie als Mädchen war, aber treu und ergeben und ihremManne eine sorgsame, fleißige und sparsame Hansfrau undihren Kindern eine liebende Mutter.
Meine Eltern wohnten erst in der FraucnbcrgerGemeinde, am Hütersberge in Nordhausen, allwo ihnenauch ihr erstes Kind, meine älteste Schwester Wilhelmineam 22. Mai 1826 geboren wurde, die aber im März 1827wieder starb. Dort habe auch ich am 9. Octobcr 1828das Licht dieser Welt erblickt. Mein Vater arbeitete damalsmit meinem Großvater und derselbe wohnte bei meinenEltern, bis mein Vater im Jahre 1829 eine Stelle alsLäuter und Hülfskirchendicner in der St. Jacobikircheerhielt, und in die mit dieser Stelle verbundene freieWohnung ins Kirchenhaus zog.
Im nächsten Jahre aber bot der Destillateur Schilling,ein Verwandter meines Vaters, demselben freie Wohnungund Arbeit in seinem Geschäfte an, was mein Vater auchannahm. Sieben Jahre, von 1830 bis 1837, haben wir