ständigen Kricgssteuern und die Einführung einer soge-nannten Kopfsteuer, wonach jeder Bewohner, sobald er das1-l. Jahr erreicht hatte, jährlich 1 Thaler Steuer gebenmnßte und nach Verhältnis; mehr, die Einwohner, besondersdie Väter zahlreicher Familien; aber es war doch ander-seits auch wieder viel Verdienst, weil die Arbeitslente durchdie beständigen Aushebungen in den Kriegsdienst knappwaren.
Auch unsere Familie erholte sich damals wieder. MeinGroßvater hatte vollauf zu thnn, nicht nur mit der Gärtnereibei sich und andern, sondern alle andern Handarbeiten,besonders aber Holzspalten, gaben ihm reichlichen Verdienst,wobei ihm sein Sohn Fritz schon reichlich mithelfen konnte,da derselbe schon seit 1811 eingesegnet war.
Besonders im frischen Andenken war meinem Vater,dem ich die meisten dieser Nachrichten verdanke, der Wintervon 1811 bis zum Frühjahr 18l2 mit seiner ausnehmendstarken Kälte. Napoleon war mit seiner großen Armeenach Rußland gezogen, nur auch dieses mächtige Reich unterseine Herrschaft zu bringen. Schlachten und Gefechte,Raub und Plünderung, Brand und Zerstörung bezeichnetenseinen Weg von den Grenzen Rußlands bis zur altenKaiserstadt Moskau; da gedachte er Halt zu machen, dieWinterquartiere zu beziehen und im mildern Frühjahr denFeldzng fortzusetzen bis nach Asien hinein. — Aber derAllmächtige ließ es dem Mächtigen nicht gelingen. DerBrand von Moskau nöthigte ihn zum Rückzüge. Dieshalten die Russen längst erwartet und gen ünscht, und ihreSoldaten, besonders die flinken Kosacken, verfolgten nundas französische Heer, schlugen und beunruhigten dasselbewo sie nur konnten. Aber noch mehr schlug sie die HandGottes durch die schreckliche Kälte dieses Jahres. Entblößtvon Kleidung, ohne Lebensmittel, kein Obdach zu dergeringsten Erholung, auf freiem Felde lagernd, erfroren diebejammernswerthen Soldaten zu Tausenden. Was aberHunger und Kälte überließ, fraß das Schwert der Russen,aber Alles übertraf an Gräßlichkeit der Uebergang des
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