XI.
Wieder nach Nord hau seil.
Mein Großvater war nicht der Mann, der sichschmiegen und biegen konnte. Er verstand seine Sache undließ sich nicht meistern, am allerwenigsten von solchenLeuten, die nichts verstanden. Daher war ihm auch seinDienstverhältniß in Ilfeld auf längere Dauer unerträglichund er sehnte sich heraus. Seine Gedanken gingen wiedernach Nordhansen. Der damalige Bürgermeister Grünhagen,mit dem er einige Male verkehrt hatte und der ihn sehrgut kannte, forderte ihn selbst auf, wieder in die Stadt zuziehen, da es derselben an einem guten Gärtner fehle.Endlich bot sich eine günstige Gelegenheit dar. Derdamalige Hnatnorvir Arcus bot ihm seinen Garten mitder darin gelegenen Wohnung unter sehr günstigen Bedin-gungen, aber ohne Gehalt an. Doch da mein Großvaterneben der Instandhaltung des Gartens anderwärts seinVerdienst suchen konnte und doch freie Wohnung nebst Mit-gebrauch des Gemüsebaues hatte, so nahm er dies Aner-bieten an. — Bürgermeister Grünhagen, eingedenk, daßmein Großvater in Nordhansen geboren und so rechtschaffenan seinen Eltern gehandelt habe, verschaffte ihm freienEinzug in die Stadt, ohne daß er sich das Bürgerrecht zuerwerben brauchte.
Nachdem er also sein Verhältnis; in Ilfeld geordnet,zog er mit seiner Familie im Herbste des Jahres l811wieder nach Nordhansen in den Garten des Herrn Arensvor dem Tvpferthore. In diesem Gartenhause verlebte dieFamilie die denkwürdigen Kriegsjahre von I81l bis 1815.Bis zum Jahre 1813 war aber Nordhansen noch west-phälisch. Der König von Westphalen hatte den damaligenBürgermeister Grünhagen zum Nairs oder Stadtvorsteherernannt und diesem umsichtigen und überaus tüchtigenManne hatte es die Stadt zu danken, daß nicht nur einlebhafter Verkehr im Handel und Wandel, sondern auchArbeit vollauf zu haben war. Freilich drückten die be-