flössen ihre Tage dahin. Da nahm sie der Sohn zu sichnach Ilfeld. Bald darnach schenkte Gott den jungen Ehe-leuten ein Kind zur großen Freude der Eltern und Groß-eltern, welches aber bald wieder starb. Und abermalswurde ihnen am 1. October 1797 ein Sohn geboren, derFritz, welcher die letzten Lebenstage der alten Leuteerheiterte.
Das achtzehnte Jahrhundert mit seinen wichtigenWeltbcgebcnheiten ging zu Ende. In Frankreich tobte dieRevolution und ihre Schrecken verbreiteten sich auch nachDeutschland, da nahm Gott bald nacheinander meine Ur-Großcltcrn zu sich, ehe das Unglück hereinbrach, und derdankbare Sohn konnte einem nach dem andern die Augenzudrücken und sie zu ihrer Ruhestätte geleiten. Sie entschliefenim Frieden im ruhigen Alter, nachdem sie das Glück ihrerKinder und Kindes-Kinder gesehen hatten und ruhen aufdem Kirchhofe des Fleckens.
Der Wirthschaftszustand meiner Großeltern verbessertesich immer mehr, aber auch die Familie vergrößerte sich,denn am 20. Februar 1802 wurde ihnen eine Tochter ge-boren, ihre Johanne; und dann am 1. October 1804 ihrSohn Wilhelm. Im letzteren Jahre verbesserte der Ober-Amtmann Lieder die Einnahme meines Großvaters dadurch,daß er ihm die ganze Einnahme des Sämereien-Verkaufsüberließ. Die darüber ausgestellte Vollmacht liegt vormir und lautet wörtlich also:
Nachricht.
Im März 1804, also von da an, habe ich demGärtner als Zulage bewilliget, nebst Beibehaltungder 2 ggr. vom Thalcr für verkaufte Pflanzen,den Genuß des Sämereien-Verkaufs ganz zu haben,jedoch so, daß dagegen ich als Prinzipal vomBerkauf der nicht selbst gezogenen Sämereien nurdasjenige übernommen, was sich hier nicht ziehenläßt (wie z. B. Blumenkohl) oder dessen Verkaufich, um mit fremden Samen zu wechseln, bewillige.
G. Lieder.