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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
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in deutscher Mundart verdolmetschte. Da brach eine neueZeit an; aber noch immer weiß ich keine genauen Nach-richten darüber zu bringen, wann auch unsere Familie zurLehre des reinen Evangeliums übergegangen ist. Wahr-scheinlich aber ist dies während oder gleich nach derRcgiernngszeit Graf Botho, des Glückseligen, von Stolberggeschehen.

Graf Botho war zwar der Reformation nicht ab-geneigt, aber er befand sich i» Umständen, welche ihmeinstweilen die bedachtsamste Vorsicht anempfahlen. Erstand in hohen Acmtern eben bei den heftigsten Gegnernder Reformation. Jedoch Niemand wurde von Bothogezwungen bei der päpstlichen Kirche zu verbleiben, Niemandvon ihm verketzert. Selbst zwei seiner Söhne stndirten inWittenberg und seine Tochter Anna, Acbtissin von Quedlin-burg, führte die Reformation durch ihres Vaters Ober-hofprediger und Superintendenten Or. Tilemann Platnerein. Und eine günstige Veränderung der Umstände nachder andern trat ein. Große Dinge geschahen in der Kirche,immer eine Stadt und Land nach der andern erklärte sichfür die Reformation, die Bollwerke und Rüstkammern desPapstthnms, Klöster und Stifte, fielen und der Aufbau derevangelischen Kirche schritt täglich vorwärts. Graf Bothostarb am 25. Juni 1538, und an seinem Sterbebette standvr. Platner. Seine Söhne aber, unter Vortritt ihresBruders Wolfgang, Probstes von Halberstadt, traten imJahre 1539 öffentlich und feierlich in die evangelischeKirche, und was nicht schon längst von Rom abgefallenwar, ging nun zum reinen Evangelio, ein Ort und Familienach der andern, über.

In dieser Zeit wird auch unsere Familie, von derGnade Gottes erfaßt, zur evangelisch-lutherischen Kircheübergetreten sein. Die nach der Reformation folgendenschweren Zeiten des 30jährigen Krieges haben zwar somanches Verhältniß erschüttert, aber die evangelische Kirchenoch mehr befestigt; manche Geschlechter sind in und nachdieser Zeit ausgestorben, die für das theure Kleinod des