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Im Jahre (30H vermählte sich Friederikens Schwester Wil-helmine mit August von Strauch in Schleiz, in dem darauf fol-genden Jahre ihr Vater mit der Gräfin Marie von Bamberg.
Nachdem sie im Sommer (306 mit ihrem Vater in Karls-bad gewesen, wo sie Goethe^ kennen gelernt hatte, folgte sie ihrenEltern nach Jena und ward Mitzeuge der traurigen Tage vonJena und der Verwüstung von Sorna (S. SAH).
Den Winter von (306 auf ( 307, bis zum Mai, verbrachteFriederike mit ihren Eltern in Schleiz, und zwar in dem Hause,welches ihrer Mutter gehört hatte. Von Schleiz ging sie dannüber Sorna mit nach Dresden, wohin Napoleon nach Tilsit kam.
Im November (803 ging Friederike auf einige Wochen nachLöbichau zu „Mama Recke, wo ich höchst glücklich und vergnügtwar" und von wo sie mit Frau von der Recke auch öfter nachAltenburg fuhr, um den Geheimen Rath von Hardenberg undseine geistvolle Nichte Sidonie von Dieskau zu sehen.
In den folgenden Iahren war sie viel in Schleiz bei ihrerSchwester, die jedoch zu ihrem tiefsten Schmerze am f. Februar(8(0 daselbst starb, und bei der Prinzessin Philippine.
Nachdem ihr Vater im Frühjahr des Jahres (8(( Reise-marschall, in: Mai (8(2 Geheimer Rath geworden war und seit-dem in Dresden wohnte, trat Friederike in besonders innige Be-ziehungen zu der älteren Schwester ihrer Stiefmutter, zur GräfinTharlotte von Lamberg (f 2. Januar (3(9). Auch sah sie in derzweiten Hälfte des Mai die in Dresden um Napoleon^ ver-sammelten Fürsten.
Zu Beginn des Mai (3(3 folgte sie ihrem Vater nach Prag,wo sie in den ersten Tagen mit auf der Kaiserlichen Burg (demHradschin) wohnte. Da ihr Vater dort schwer krank geworden,
^ Goethe widmete ihr in der Folge ein Gedenkblatt und eine Zeichnung.
Sie sagt von ihm in ihrem Tagebuch: „Gs war ein unheimlichesGesicht, obgleich nicht häßlich".